Olympia-Medaillen aus E-Schrott

Screenshot: JfS

Olympische Goldmedaillen aus Elektroschrott: In Tokyo sollen 2020 die siegreichen Sportler der Olympiade erstmals Siegerplaketen aus recyceltem Metall verehrt bekommen.

Mehr als nur ein Symbol: Während Kritiker der sportlichen Spiele der „Jugend der Welt“ alle vier Jahre monieren, dass dafür viel zu viel Geld investiert werde, um Stadien und Arenen um oder neu zu bauen, die nachher leer stehen, will Japans Hauptstadt jetzt ein Zeichen für Nachhaltigkeit setzen: In Tokyo sollen wenigstens die Siegermedaillen aus Recycling-Gold und -silber sein.

 

Schon London wollte Recycling-Medaillen vergeben

 

Die Idee ist nicht ganz neu: Schon 2012 in London wollten die Organisatoren bei der Siegerehrung Flagge zeigen und Medaillen aus Recycling-Material vergeben. Dann sponserte ein Rohstogg-Unternehmen das Material und die Medaillen aren doch wieder konventionell geschürftes Gold und Silber.

In Rio 2016 waren die Sieger-Plaketten laut Veranstalter zumindest schon aus 30 Prozent wiederverwertetem Edelmetall. Die Kunststoffbänder, an denen die Athleten ihre Auszeichnungen um den Hals tragen, bestehen ebenfalls aus recyceltem Plastik.

 

Medaillen werden: Japan muss E-Schrott-Sammelsystem ausweiten

 

In Japan nun sollen die Olympiamedaillen zur Gänze aus wiederverwertetem E-Schrott stammen. Dafür wählte das Organisationsteam 2015 drei örtliche Abfallverwerter aus. Sie stammen aus den Städten Ichinoseki (Präfektur Iwate), Odate (Präfektur Akita) und Hachinohe Präfektur Aomori). Sie sollen aus alten Handy und Smartphones, Spielkonsolen und TV-Geräten den wertvollen Rohstoff recyceln und daraus die Medaillen gießen.

Dafür müssen in den Regionen zunächst noch die Regeln für die Müllsammlung verbessert werden. Denn Japan hat nach Recherchen von Japan for Sustainability (JFS) noch keine wirklich funktionierende Wertstoffsammlung.

Für die rund 4.000 Medaillen der Olympischen sowie der Paralympischen Spiele brauchen die Veranstalter etwa 6,9 Kilogramm Gold, 1.210 Kilogramm Silber und 700 Kilogramm Kupfer. Die Mengen sind dabei icht das Problem. Nach Angaben von JFS übersteigen die Recyclingmengen in alten Elektrogeräten diese Mengen um mindestens das Dreifache.


pit

 

 

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