20 Jahre nach Waldsterben: „Zustand verbessert“

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Gute Nachrichten: 20 Jahre nach der „Waldsterben“-Debatte, geht es den Bäumen wieder besser. Das berichten Wissenschaftler, die aktuell bei einem Symposium des Thünen-Instituts ihre Ergebnisse aus der Erforschung der Kronenzustände oder der Waldernährung austauschten.

Ein fast 700-seitiger Bericht mit zahlreichen Karten: So umfangreich ist das Material, das die Wissenschaftler zusammenstellten und auswerteten. Daten von 1.900 Untersuchungspunkten im ganzen Bundesgebiet geben Auskunft, was vom „sauren Regen“ und dem daraus resultierenden „Waldsterben“ heute noch existiert oder was sich wie veränderte. Fazit der Forscher: „Es zeigte sich, dass sich die Umweltbedingungen seit der ersten Inventur in den 1990er Jahren deutlich geändert haben.“

 

Stickstoffeinträge verändern Arten-Zusammensetzung und bedrohen Wasser

 

„Die Stoffeinträge aus der Luft haben nachgelassen“, beschreiben die Forscher die Entwicklung von zwei Jahrzehnte Luftreinhaltemaßnahmen. Dadurch ist die Säurebelastung der Wälder deutlich geringer geworden.

Aber es lauern neue Gefahren: „Eine Herausforderung bleiben aber Stickstoffeinträge, die weiterhin hoch geblieben sind. Sie verändern die Artenzusammensetzung in Wäldern, häufig zu Lasten seltener Arten“, sagt Projektkoordinatorin Nicole Wellbrock vom Thünen-Institut in Eberswalde. „Zusätzlich können sie zu Ungleichgewichten in der Nährstoffversorgung führen und den Boden weiter versauern.“ Die Waldernährung und die Bodenvegetation deuten auf eine Überversorgung mit Stickstoff hin. Die Speicherkapazität der Böden für Stickstoff scheint erreicht zu sein.

Bleiben die Einträge weiterhin hoch, so besteht die Gefahr von unerwünschten Austrägen, zum Beispiel in Form von Nitrat, ins Sicker- und Grundwasser.

 

Boden-Kalkung und ihr Nutzen

 

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Viele Böden wurden aus Gründen des Bodenschutzes gekalkt. Die Folgen: Waldzustand und Böden haben sich daher insgesamt verbessert. „Die Säure-Werte steigen langsam an und die Basenversorgung ist besser geworden“, stellen die Wissenschaftler fest: „Dieser Erfolg sollte aber durch weitere Anstrengungen bei der Verminderung versauernder Stickstoffeinträge fortgeführt werden.“

Den Umbau von Nadelwald zu Laub- und Mischbeständen in den letzten 20 Jahren loben die Wissenschaftler. Er habe insgesamt positive Wirkungen auf den Waldboden, da Laubwälder eine geringere Versauerung aufweisen und mehr organische Substanz und Kohlenstoff im Mineralboden binden. Dies sei, betonen sie, besonders mit Blick auf den Klimawandel von Bedeutung: „Mehr gebundener Kohlenstoff im Boden ist ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz.“


red

 

 

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