Alarm! Europa hat zu wenig Bienen!

Foto: Friedrich Boehringer/Wikimedia

Das belegt eine Studie der University of Reading, die jetzt im PLoS One Journal veröffentlicht worden ist. Danach hat Europa einen dramatischen Mangel an Honig-Bienen. In mehr als der Hälfte der 41 untersuchten europäischen Länder gebe es nicht ausreichend genug Bienen, um die Pflanzungen "korrekt zu bestäuben“. In Großbritanien schaffen die Honigbienen gerade mal noch ein Viertel der notwendigen Bestäubung, dass ist der zweit niedrigste Wert, lediglich Moldawien ist noch schlechter dran. Aber auch Deutschland, Frankreich und Italien sind direkt davon betroffen.

 

"Wenn wir jetzt nicht handeln, werden wir in der Zukunft eine Katastrophe erleben", erklärt Forschungsleiter Simon Potts. „ Bienen sind die unbesungenen Helden der Natur, extrem wichtig für unsere Nahrungskette und sie arbeiten kostenlos.“

 

In der Studie heißt es weiter, das Problem sei vor allem durch den verstärkten Anbau von ölhaltigen Pflanzen entstanden, die wie Raps, Sonnenblumen und Soja zur Produktion von Biotreibstoffen verwendet werden. Von 2005-2010 sei der Anbau in Europa allein um fast 20 Prozent gestiegen, die Zahl der Bienenvölker aber nur um sieben Prozent, so die Forscher.

 

„Die Biokraftstoffpolitik wurde durchgesetzt, ohne dass sich jemand Gedanken über die Auswirkungen auf die Bestäubung gemacht hat“, sagte Tom Breeze aus dem Forschungsteams in Reading.

 

Mehr als 75% aller Nahrungs-Pflanzen benötigen Fremdbestäubung und die Sorge über die Rolle von Pestiziden im Bezug auf den drastischen Rückgang der Honigbienen, ist gewachsen. Im Dezember startete ein von der EU-Kommission erlassenes zwei-jähriges Verbot der weit verbreiteten Insektiziden, die im Zusammenhang mit dem Bienensterben stehen sollen. Begrenzt ist das Ganze, weil es derzeit keine eindeutigen Beweise für den Zusammenhang gibt. Fest steht, es muss auf jeden Fall mehr getan werden und zwar jetzt – denn es geht letztlich um den Erhalt unserer Nahrungsmittel.

 

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