König der Tiere ist Verlierer beim Artenschutz

Foto: Pixabay CC/PublicDomain

Zwei Wochen Verhandlungen in Südafrika brachten vielen Arten einen besseren Schutz. „Die Staatengemeinschaft beschloss in Johannesburg, hunderte Arten strenger zu schützen, darunter Graupapageien, Schuppentiere, zahlreiche Reptilien, Tropenhölzer“, resümieren etwa die Artenschützer von Pro Wildlife nach den Mammutsitzungen. Der Wermutstropfen: Der Antrag, für Löwen ein absolutes Handelsverbot zu erlassen, scheiterte.

„Wir sind sehr zufrieden mit den Ergebnissen dieser Konferenz“, kommentiert etwa Sandra Altherr von Pro Wildlife das Konferenzergebnis, „verglichen mit früheren CITES-Tagungen haben wir ein Umdenken bemerkt: Für viele Delegierte steht der Schutz der Natur mittlerweile über dem Ausverkauf.“

 

Die Liste der Ergebnisse von Johannesburg liest sich gut:

 

Elefanten

 

Die Anträge von Namibia, Simbabwe und Gastgeberland Südafrika zur Freigabe des Elfenbeinhandels sind gescheitert. Zudem sollen nationale Elfenbeinmärkte geschlossen werden. Auch der Handel mit wildgefangenen Elefanten für Zoos und Zirkusse soll erstmals unter die Lupe genommen werden. Artenschützer kritisieren allerdings, dass die EU den Wunsch der großen Mehrheit afrikanischer Staaten, alle Elefanten in die höchste Schutzkategorie aufzunehmen, nicht unterstützte.

 

Nashörner

Swasilands Antrag, den Handel mit Rhino-Horn wieder zu erlauben, ist gescheitert. Daniela Freyer von >I>Pro Wildlife: „Die Wilderei für den Handel als Statussymbole und Wunderheilmittel bedroht die letzten Nashörner.“ Mit Schwarzmarktpreisen von bis zu 60.000 US-Dollar pro Kilo ist ihr Horn mehr wert als Gold.

 

Exotische Haustiere: Papageien und Reptilien

Für die zu Tausenden in der Natur eingefangenen Graupapageien beschloss die Konferenz ein Handelsverbot. Auch beide Versuche, den strengen Schutz für Wanderfalken aufzuheben, wurden abgeschmettert.

Zudem wurden Handelsbeschränkungen und zum Teil auch -verbote für 55 Reptilienarten beschlossen.

 

 

Foto: Pixabay CC/Public Domain

Schuppentiere

Alle acht Schuppentierarten dürfen nicht mehr international gehandelt werden. Die bizarren Tiere sind vielerorts vom Aussterben bedroht, sie werden als Heilmittel und Delikatesse gehandelt. Schuppentiere gelten als das meistgewilderte Säugetier der Welt.

 

Berberaffen

Berberaffen genießen jetzt den höchsten Schutzstatus. Jährlich werden etwa 200 Jungtiere aus der freien Natur gefangen und für bis zu 2.000 Euro als exotische Haustiere nach Europa verkauft.

 

Haie

Mit großer Mehrheit wurden Handelsbeschränkungen für Fuchshaie, Seidenhaie sowie Teufelsrochen beschlossen, um die Überfischung zu stoppen.

 

Tropenhölzer

Für über 300 Rosenholz-Arten (Gattung Dalbergia) gelten in Zukunft internationale Handelsbeschränkungen. Viele dieser Tropenholzarten sind bereits akut bedroht – die Hauptabsatzmärkte sind China, die EU und die USA.

 

Der Erfolg der Artenschützer jedoch hat auch einen buutteren Beigeschmack. Löwen sind die großen Verlierer der Konferenz. Der Handel mit Löwenknochen aus freier Natur für kommerzielle Zwecke ist zukünftig verboten. Tierschützern geht dieser Schritt allerdings nicht weit genug, weil der Handel mit gezüchteten Tieren und die Löwenjagd weitgehend unkontrolliert bleiben. Während die Löwen-Bestände nach angaben von Pro Wildlife in den letzten 21 Jahren um 43 Prozent zurück gingen, ist der Handel mit Löwenknochen für die traditionelle Medizin enorm angestiegen. „Die Löwenzucht in afrikanischen Zucht- und Jagdfarmen bietet ein Schlupfloch für den Handel mit wilden Tieren“, sagt Artenschützerin Daniela Freyer. „Ausgerechnet der König der Tiere ist der Verlierer dieser Konferenz.“


red

 

 

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