Craiglist Drehscheibe illegalen Elfenbein-Handels

Cover: IFAW

Elfenbein-Handel im Internet: Eine neue Studie des </>IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) und der WCS (Wildlife Conservation Society) deckt den schwunghaften Handel mit illegalem Elfenbein auf US-Seiten des Online-Anzeigennetzwerks craigslist auf. Das in den USA gegründete Portal ist mit über 80 Millionen neuen Anzeigen im Monat das größte Unternehmen seiner Art weltweit und auch in Deutschland aktiv.

Für den Bericht Elephant vs. Mouse: An Investigation of the Ivory Trade on Craigslist untersuchten die Rechercheure 28 US-Unterseiten von www.craigslist.org über einen Zeitraum von fünf Tagen im März nach Elfenbein-Angeboten sowie nach anderen Elefanten-Produkten. Sie fanden 522 Anzeigen mit 615 Artikeln. Gesamtwert der Hehlerware: fast 1,5 Millionen Dollar!

Schon allein diese kurze Momentaufnahme zeige, sagen die Artenschützer der beiden Organisationen, „dass der Handel mit Elefantenprodukten auf craigslist floriert“.

 

Internet als Umschlagplatz illegaler Wildtierprodukte

 

„Diese neue Untersuchung in den USA zeigt einmal mehr: Das Internet ist ein extrem wichtiger Umschlagplatz für den Handel mit Wildtierprodukten“, kommentiert Robert Kless vom IFAW-Deutschland. „Deshalb ist es so wichtig, dass die Websitebetreiber alles tun, um den illegalen Wildtierhandel auf ihren Marktplätzen zu bekämpfen. Dem kriminellen Treiben muss im wahrsten Wortsinn ein elektronischer Riegel vorgeschoben werden.“

Nach ersten Gesprächen mit IFAW und WCS setzte craigslist einen Hinweis auf seine Webseite, der den Verkauf von „Elfenbein, gefährdeten, bedrohten und/oder geschützten Arten und aus ihnen gefertigten Produkten“ verbietet. Den beiden Organisationen reicht das noch nicht Sie fordern „weitere Maßnahmen von dem Branchen-Giganten“.

In Workshops in Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium und weiteren Behörden sowie Website-Betreibern will IFAW jetzt effektive Maßnahmen gegen den illegalen Wildtierhandel im Internet entwickeln und umsetzen.


red

 

 

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