Online-Karten: Schweinswale und Seevögel

Schweinswal (c) Katrin Wollny-Goerke

Schweinswale Sommer 2015

Schweinswalsichtungen Sommer 2016

Eisente (c) Mirko Hauswirth

Eisente Winter 2012_13 bis 2016

Wo in deutschen Meeren kommen Schweinswale vor? Wo waren in den vergangenen Jahren in der Nord- und Ostsee die meisten Seevögel zu be-obachten? Darüber geben jetzt Online-Karten unter www.bfn.de/infothek/karten.html umfassend und öffentlich Aufschluss.

Die KArten basieren auf Langzeitdatenreihen, die im Auftrag des Bundesamts für Naturschutz (BfN)</> von zwei Forschungsinstituten erhoben wurden. Sie zeigen, wo Meeressäugetiere und 22 verschiedene Seevogel-Arten in den Jahren 2001 bis 2015 bzw. 2016 gesichtet wurden. Die zugrundeliegenden Daten können zudem als standardisierte Geodienste in Geoinformati-onssystemen genutzt und mit anderen Daten kombiniert werden.

„Wir freuen uns, dass wir diese über 15 Jahre gesammelten Datenreihen nun der Öffentlich-keit digital zugänglich machen können. Gleichzeitig hoffen wir, dass diese wichtigen Ergeb-nisse zur Verbreitung geschützter Tierarten anderen Forschungsprojekten zugutekommen“, sagt Prof. Beate Jessel, Präsidentin des BfN.

Vor den Küsten von Nord- und Ostsee müssen die Interessen unterschiedlicher Nutzer fort-während mit den Naturschutzaufgaben, wie dem Erhalt der marinen Arten- und Lebens-raumvielfalt in Einklang gebracht werden. Grundlage dafür liefern die Langzeit-Datenreihen, die im Auftrag des BfN, Abteilung Meeresnaturschutz, für die Zeit ab 2001 zur Verbreitung von Schweinswalen und Seevögeln erhoben wurden. Die Daten zur Verbreitung der Schweinswale, die Sichtung von Walkälbern und die Sichtung anderer Meeressäuger werden nun erstmals auch in einfacher Form für genaue räumliche Analysen angeboten. Die Datengrundlage dafür liefern bei den Schweinswalen insgesamt circa 800.000 Beobach-tungspunkte, die 29.000 Sichtungen enthalten. Für die 22 verschiedenen Arten der Seevögel wurden mehr als 1,4 Mio. Beobachtungspunkte mit über 61.000 Sichtungen ausgewertet. Auch manche Einflüsse des Menschen werden beim Monitoring mit erfasst. Haben die Wis-senschaftlerinnen und Wissenschaftler Schiffsverkehr, Fischerei und weitere menschliche Aktivitäten sowie Netzreste und Öl- oder Müllverschmutzungen beobachtet, so wurden diese ebenfalls aufgenommen und in die Karten eingetragen. Die Datenreihen wurden im Auftrag des BfN vom Forschungs- und Technologiezentrum Westküste der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und dem Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover erhoben.

Das besondere an den thematisch gegliederten Karten bzw. Kartenanwendungen: Sie sind sowohl von interessierten Laien als auch von Fachleuten anwenderfreundlich und leicht ver-ständlich nutzbar. Die nun vorgestellten Anwendungen werden künftig regelmäßig durch neu erhobene Daten im Rahmen des Wirbeltiermonitorings des BfN ergänzt. In den kommenden Monaten sollen auch Bestandstrends sowie Daten aus dem akustischen Schweinswalmoni-toring dargestellt werden. Präsentationen zu Biotopen und Bodenlebewesen sollen ebenfalls 2018 folgen.

 

Weiterführende Informationen:

Internationale Abkommen und Richtlinien verpflichten Deutschland zum Monitoring geschütz-ter mariner Arten und Lebensräume. Das Bundesamt für Naturschutz koordiniert das Monito-ring in der Ausschließlichen Wirtschaftszone von Nord- und Ostsee. Im Monitoring der Wir-beltiere werden insbesondere die Verbreitung, das Vorkommen und mögliche Bestandsver-änderungen von Schweinswalen sowie verschiedenen Seevogelarten untersucht.

 

Weiterführende Informationen des BfN zum marinen Monitoring der Wirbeltiere:

www.bfn.de/themen/meeresnaturschutz/marines-monitoring.html

www.bfn.de/themen/meeresnaturschutz/marines-monitoring/wirbeltiere.html

 


15.12.2017 10:18
Bundesamt für Naturschutz