Drastische Strafen für Afrikas Wilderer

Foto: WWF-Canon / Mike Goldwater

Kenia greift härter durch: Wilderern in dem ostafrikanischen Land drohen jetzt drastisch erhöhte Strafen für das illegale Treiben. Für die Jagd auf Elefanten und Nashörnern wandern erwischte Delinquenten nach einem neuen Gesetz jetzt bis zu 15 Jahre hinter Gitter.

Artenschützer sprechen von einem richtigen Signal. Die Bestände der Dickhäuter waren durch Wilderer seit den 1960er-Jahren drastisch reduziert worden: Von damals etwa 160.000 Tieren in freier Wildbahn auf nur noch einen kaum ein Zehntel zählenden Restbestand Ende der 1980er-Jahre.

Zwar hat sich die Elefanten-Population dann auf immerhin 38.000 mehr als verdoppelt. Neuerdings aber treiben hohe Elfenbeinpreise die Jagdgesellen wieder in ihr übles Handwerk: Allein in Kenia ermordeten sie seit Beginn des Jahres offiziell 21 Rhinozerosse und 117 Elefanten bestialisch.

 

Selbst vor tödlichen Angriffen auf die Wildhüter schrecken die Schlächter im Busch nicht zurück.

 

15 Jahre Haft in Kenia wegen Jagd auf Elefanten und Nashörnern

 

Für die kenianischen Politiker nicht nur ein Problem des Artenschutzes. Sie fürchten um eine der wichtigsten Einnahme-Quellen ihres Landes. Denn die Touristen, die nach Ostafrika reisen, geben ihr Geld vor allem für das Naturerlebnis aus: Sie wollen die majestätischen Großtiere in der Savanne beobachten.

Daher zogen sie die Notbremse. Sie hoben die bestehenden Strafen für das illegale Abschießen der Tiere von bislang 480 Dollar auf satte 120.000 Dollar an und schraubten die mögliche Gefängnisstrafe von bislang eher laschen zwei auf 15 Jahre hinter schwedischen Gardinen nach oben.

Alle hoffen, dass dies seine abschreckende Wirkung nicht verfehlen werde.

 

Wilderer mit Drohnen aufspüren ehe sie Elefanten abschießen

 

Allerdings setzen sie zusätzlich auch auf verstärkte Streifen von Rangern und Militärs in den Reservaten und Nationalparks. Und auf High-tech: So setzen die Parkverwaltungen inzwischen unbemannte Überwachungsflugzeuge ein, die mit Infrarot-Überwachung die Herden im Auge behält. So wollen die Kenianer nahende Wildererhorden rascher entdecken – und ihnen das Handwerk legen, noch ehe sie zum Abschuss kommen.

 

 

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