Endlich Schutz für Haie

wikimedia commons/Seawatch.org

Durchbruch auf der 16. Internationalen Artenschutzkonferenz CITES in Bangkok: In Zukunft werden der Weißspitzen-Hochseehai, der Heringshai und drei Hammerhai-Arten auf Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens aufgeführt sein.

Der WWF spricht von einem „Meilenstein für den weltweiten Hai-Schutz“. Auch für das Bundesumweltministerium ist es ein großer Erfolg. Der Schutz der Haie war hier ein besonderes Anliegen, da der Rückgang der Populationszahlen der letzten Jahre erschreckend ist.

Auch Mantarochen und Sägefisch dürfen aufatmen. Der Mantarochen ist nun auch auf Anhang II gelistet, der Sägefisch befindet sich sogar auf Anhang I.

 

Haifisch als Delikatesse

 

Haie sind vor allem deshalb so gefährdet, weil ihr Fleisch und ihre Flossen insbesondere in vielen Teilen Asiens als Delikatessen gelten. Um an die begehrten Haifischflossen zu kommen, wenden die Fischer das sogenannte „Shark Finning“ an, eine grausame Fangmethode, bei der man dem Hai meist bei lebendigem Leibe die Flosse abschneidet und danach das sterbende oder tote Tier zurück ins Meer wirft.

Von 1950 bis 2003 sind weltweit die Haifischfänge von ca. 273.000 auf 900.000 Tonnen gestiegen. Ab 2004 gingen die Fangraten zwar wieder zurück, dies ist aber laut WWF auf geringe Populationszahlen der Haifischarten zurückzuführen und nicht etwa auf die Einsicht der wirtschaftlichen Akteure.

Auch wenn der asiatische Markt ausschlaggebend für die Nachfrage an Haifischprodukten ist, so darf man nicht vernachlässigen, dass auch Deutsche, oftmals sogar unwissentlich, Haifischfleisch konsumieren. Denn hinter dem schönen Namen „Schillerlocken“ verbirgt sich Dornhai-Fleisch. Und der unter dem Namen „Seestör“ vermarktete Fisch ist nichts anderes als der Heringshai, welcher nun auf Anhang II des Artenschutzübereinkommens geführt wird.

 

 

Artenschutz vor wirtschaftlichen Interessen

 

„Viele Haiarten sind generell sehr anfällig für Überfischung“, so Volker Homes, Leiter des Artenschutzes beim WWF Deutschland. Das liegt zum Einen daran, dass Haie nur sehr langsam wachsen, zum Anderen daran, dass sie auch erst sehr spät geschlechtsreif werden. Um überhaupt eine Chance gegen die Befischung haben zu können, ist eine schnelle Fortpflanzungsrate jedoch notwendig. Die Haie können gar nicht gegen das Ausmaß, das die Fischerei heute erreicht hat, ankämpfen.Umso erfreulicher, dass nun innerhalb der Artenschutzkonferenz der Schutz der Haie beschlossen ist. Denn um den Bestand von Arten und damit auch intakte Ökosysteme zu gewährleisten, ist es notwendig wirtschaftliche Interessen nach hinten zu stellen.

 

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