EuroNatur-Preis 2016 für Gabriel Paun

Gabriel Paun Foto: Marthias SchickhoferEuroNatur

Gabriel Paun bekämpft seit Jahren den fortwährenden Kahlschlag in den rumänischen Urwälder. Dafür zeichnet ihn jetzt die Naturschutzstiftung Euronatur mit dem „EuroNatur-Preis 2016“ aus.

„Mit höchstem persönlichem Einsatz“, so Euronatur jetzt in einer Pressemeldung zur Ehrung des rumänischen Naturschützers, engagiere sich Paun für den Schutz der Karpaten-Urwälder. Er stehe damit „in einer Reihe mit herausragenden Persönlichkeiten wie Prinz Charles und dem US-Beststeller-Autor Jonathan Franzen“. Neide erhielten ebenfalls bereits den EuroNatur-Preis für ihr vorbildliches Engagement zum Schutz des europäischen Naturerbes.

 

Letzte Urwälder Europas in Rumänien bedroht

 

„Die Urwälder in Rumänien sind einerseits ein herausragender Schatz des europäischen Naturerbes, andererseits aber auch massiv bedroht. Ihre Zerstörung ist ein Skandal“, sagt Christel Schroeder, Präsidentin der international tätigen Naturschutzstiftung EuroNatur. Bisher sei der Verlust der rumänischen Paradieswälder international ein Randthema und werde – wenn überhaupt – in Rumänien diskutiert. „Mit der Verleihung des diesjährigen EuroNatur-Preises an Gabriel Paun senden wir ein klares Signal an die rumänische Regierung, die Abholzung der Karpaten-Urwälder umgehend zu stoppen. Zudem ist es höchste Zeit, dass die Europäische Kommission endlich den Schutz der Natura 2000-Flächen einfordert“, betont Schroeder.

Seit Jahren decke Gabriel Paun als Gründer der rumänischen Naturschutzorganisation Agent Green, massive Fälle der Urwaldzerstörung auf und bringe sie schonungslos ans Licht der Öffentlichkeit. „Woche für Woche werden dort Tausende Bäume illegal gefällt“, sagt EuroNAtur. Die rumänischen Behörden setzten den gesetzlichen Schutz der Primärwälder nicht konsequent durch. Selbst durch ihre Lage in einem Nationalpark oder europäischen Schutzgebiet seien uralte Baumriesen nicht vor den Sägen sicher. „Derzeit befinden sich noch rund 60 Prozent der letzten Urwälder des Kontinents (ohne Russland) in Rumänien“, betont die Naturschutz-Stiftung die bedeutung der Wälder in Rumänien. In den vergangenen zehn Jahren allerdings „wurden riesige Gebiete dieser mehr als 6.000 Jahre alten Waldgesellschaften vernichtet“.


red

 

 

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