Gericht rettet die letzten asiatischen Löwen

Foto: ELAW

Rettung für die letzten asiatischen Löwen: Sieben Jahre zähe juristische Kämpfe musste Ritwick Dutta durchstehen, aber es lohnte sich. Jetzt entschied der indische Supreme Court, dass die Regierung einen Teil der etwa 400 Tiere in ein zusätzliches Schutzgebiet umsiedeln muss. Damit sind die Großkatzen sicherer vor eventuellen Krankheiten, die die letzte Population dieser Art auf der Erde ausmerzen könnte.

Im Gir National Park des indischen Bundesstaats Gujarat leben die letzten Exemplare der asiatischen Löwen, schreibt die Juristen-Organisation Environmental Law Alliance Worldwide (ELAW) jetzt über die siegreiche Kampagne ihres indischen Mitglieds. Weil alle Tiere an diesem einzigen Flecken Erde konzentriert sind, so ELAW, könnten Krankheiten die gesamte verbliebe Population der seltenen Art ausradieren. Daher setzte sich der Anwalt Ritwick Dutta für die Umsiedlung wenigstens eines Teils der Löwen ein.

Komplette sieben Jahre lang stritt er mit Verwaltungsbeamten und Gerichten. Jetzt entschied der oberste Gerichtshof des Subkontinents: Die Tiere müssen zu ihrem Schutz vor gegenseitiger Ansteckung bei Infektionen ins Kuno Wildlife Sanctuary im Bundesstaat Madhya Pradesh umsiedeln.

 

Urteil fordert Neudefinition von nachhaltiger Entwicklung

 

„Ich bin glücklich über das Urteil des Supreme Courts“, strahlt Dutta. Der Rechtsanwalt am EIA Resource and Response Centre sieht in dem Urteil einen bahnbrechenden Erfolg: „Die Richter entschieden sich für den Schutz der stark bedrohten Art.“

Ritwick Dutta gelang der aufreibende Kampf für die Löwen, weil er von zahlreichen Juristen des weltweiten ELAW-Netzwerks sowie von Artenschützern und Wissenschaftlern mit Tipps, immer wieder mit Aufmunterungen und fachlichem Rat unterstützt wurde. Für Dutta geht der Richterspruch weit über die Umsiedlung der Wildkatzen hinaus. Laut ELAW sieht er darin auch eine Ausweitung des Rechts auf Leben auch auf Wildtiere und geschützte Arten. Das Urteil des indischen Supreme Courts hat für ELAW daher grundsätzliche Bedeutung: „Die Entscheidung verlangt nicht weniger als eine Neuinterpretation des Prinzips nachhaltiger Entwicklung – sie muss ökozentrischer ausgelegt sein.“

 

 

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