Jagd auf Eisbären geht weiter

Bleibt die Eisbärenjagd weiter legal? Mit einem echten Paukenschlag hatte die 16. Konferenz des Washingtoner Artenschutzabkommens begonnen - Elfenbeinhandel soll in Thailand endlich verboten werden. Für die Eisbären sieht es bei weitem nicht so gut aus - als wäre der Klimawandel als Bedrohung nicht schon schlimm genug, haben die CITES-Vertragsstaaten jetzt ein weiteres fatales Signal für Knut, Flocke & Co gesetzt.

 

Foto: Wikimedia commons/Ansgar Walk

In Bangkok stimmten nur 38 der insgesamt 177 Vertragsstaaten für den verstärkten Schutz der geschätzten 20.000 bis 25.000 wild lebenden Tiere. Derzeit ist der Eisbär in Anhang II der zu schützenden Arten gelistet. Ein Sprung in Anhang I hätte dem größten Landraubtier der Welt jede Menge erspart. Zwar sind einige indigene Völker - unter Auflage von Quoten - offiziell zur Eisbärenjagd berechtigt. Doch den kommerziellen „internationalen Handel zu unterbinden, wäre die Verantwortung der Vertragsstaaten“, so Claudia Praxmayer, Artenschutzexpertin des NABU.

 

Seekuh darf aufatmen

 

Wie schon 2010 beim Artenschutzabkommen in Doha wurde diese Chance jetzt erneut verpasst. Der Antrag zur Listung des Eisbären in Anhang I war von den USA gekommen. Während sich Russland demonstrativ auf deren Seite schlug, enthielt sich beispielsweise die EU der Stimme. Nicht genug also, dass den Eisbären ihre Lebensgrundlage unter den Pfoten wegschmilzt - auch sonst stecken die Giganten bis zum Hals in Problemen. Kleiner Hoffnungsschimmer: Bevor die Entscheidung in Kraft tritt, muss sie erst noch im Plenum bestätigt werden.

 

Im Gegensatz zum Eisbären darf die Seekuh, die ebenfalls durch Wilderei und internationalen Handel bedroht ist, jetzt aufatmen. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden Manatis künftig in der höchsten zu vergebenden CITES-Schutzkategorie rangieren.

niso

 

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