Jagd: Keine Schonzeit mehr für Füchse?

Rotfuchs im Winter Foto: Wikimedia CC 3.0/ger1axg

Protest gegen neues Jagdgesetz in Baden-Württemberg: Die grün-rote Landesregierung in Stuttgart will Fuchswelpen künftig in Fallen direkt vor dem Fuchsbau fangen und von Jägern töten lassen. „Unnötig“, kommentiert Lovis Kauertz von Wildtierschutz Deutschland die Regelung, die schon ab 1. April gelten soll.

Auch die neue Jagd- und Schonzeitenregelung im Südwesten entspreche „nicht dem Stand der aktuellen Wildtierforschung“, moniert der Verein. Das Jagdgesetz erlaubt künftig, dass Jungfüchse „mittels Drahtgitterfalle am Ausgang des Fuchsbaus gefangen, wenn die Elterntiere auf Nahrungssuche sind“, so Wildtierschutz Deutschland: „Wenn die arglosen Welpen sich zum Spiel ins Freie begeben, versperrt ihnen die Klapptür der Falle den Weg zurück in den Bau. So müssen sie oft stundenlang ausharren, bis der Jäger sie erschlägt oder in der Falle erschießt“, beschreiben die Tierschützer die wenig rosige Aussicht der Füchse. Bisher sei für den Einsatz derartiger Fallen eine Sondergenehmigung erforderlich, sie soll künftig wegfallen.

 

Studien belegten: Fuchs-Bestände regeln sich von selbst

 

Zahlreiche wissenschaftliche Studien sowie Erfahrungen aus jagdfreien Gebieten zeigen laut Wildtierschutz Deutschland schon seit geraumer Zeit, dass die Fuchsjagd überflüssig sei: „Fuchsbestände regeln sich aufgrund sozialer Mechanismen und durch das verfügbare Nahrungsangebot selbständig.“

Die Fuchsjagd sei alles andere als nachhaltig – Bestandsverluste würden durch höhere Geburtenraten schnell wieder wettgemacht. „Fuchsjagd ist reine Spaßjagd, es gibt weder ökologische noch seuchenrelevante Gründe, den Rotkitteln nachzustellen“, sagt Lovis Kauertz.

 

Auch Jagd auf Wildschweine soll fast ganzjähig erlaubt sein

 

Ebenso unverständlich wie die pauschale Legalisierung der Fallenjagd ist die nur marginale Anpassung der Jagdzeiten: Während Wildschweine nun nahezu ganzjährig bejagt werden dürften – zuvor galt dies lediglich für Frischlinge -, gäbe es bei den meisten anderen Tierarten nur geringfügige Verkürzungen der Jagdzeiten. Die Verordnung ermögliche „selbst den Abschuss von Hockerschwänen und selten gewordenen Waldschnepfen“, so die Jagdgegner. Die ursprünglich verkündete Absicht, Wildtieren eine angemessene Ruhephase vor menschlichen Nachstellungen zu verschaffen, verkomme damit zur Farce.

„Es ist erschreckend, wie massiv die baden-württembergische Landesregierung bislang einseitig den Abschussinteressen der Jäger gefolgt ist und dabei wissenschaftliche Erkenntnisse ebenso wie Belange des Tier- und Naturschutzes weitestgehend ignoriert hat“ kommentiert Kauertz das Vorhaben. „Wir fordern Grün-Rot nachdrücklich auf, jetzt wenigstens die gröbsten Auswüchse dieser einseitigen Politik zu korrigieren.“


red

 

 

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