Jungen Menschen ist Umweltschutz nicht so wichtig

Foto: Wikimedia CC 3.0

Keine gute Nachricht: Junge Menschen in Deutschland schauen lieber nach Marken-Produkten als nach der intakten Natur. „Die Bereitschaft, das Handeln nach Umweltgesichtspunkten auszurichten, nimmt vor allem bei Jüngeren eher ab“, kommentiert UBA-Chefin Maria Krautzberger das Ergebnis einer neuen Studie im Auftrag des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes unter Teens und Twens.

„Vor dem Hintergrund von Unsicherheitserfahrungen und Wohlstandssorgen werden zum Beispiel einem guten Lebensstandard und Möglichkeiten zur Selbstentfaltung Priorität eingeräumt“, kommentieren die Studien-Macher ihre Arbeit. Das zeigt sich in den Zahlen: Nur 30 Prozent der Befragten nannten eine intakte Umwelt und die Möglichkeit, die Natur zu genießen, als wichtigen Bestandteil eines guten Lebens, zitiert die Rundfunkanstalt Deutsche Welle (DW) aus den Studien-Resultaten: „71 Prozent der Befragten im Alter zwischen 14 und 25 Jahren gaben an, eine eigene Familie gründen zu wollen und einen guten Lebensstandard anzustreben. Voraussetzung dafür seien gutes Abschneiden in Schule, Ausbildung und Studium. Damit verbunden sind Zweifel an den eigenen Fähigkeiten und Furcht vor einem späteren Leben unter finanziellem Druck.

 

Vorstellung vom „guten Leben“: Marken-Produkte statt intakte Natur

 

Cover: UBA

Fatal ist, dass die meisten der Jungen und Mädchen offenbar auch die Zusammenhänge in unserer Konsumgesellschaft und der Warenproduktion in fernen Ländern nicht bewusst machen. 84 Prozent der 14- bis 25-jährigen Befragten bringen ihren Wunsch nach stylischen Gadgets oder Klamotten nicht in Verbindung zu den Arbeits- und Lebensbedingungen in den Schwellenländern und den dort herrschenden Umweltproblemen. Sie glauben aber, das technische Know-how aus Deutschland könne die Umweltprobleme in anderen Ländern lösen. Das sagen drei Viertel der Befragten.

Allerdings geben ebenso viele auch an, „dass die natürlichen Lebensgrundlagen durch Klimawandel, Biodiversitätsverlust und Ressourcenknappheit in Zukunft beeinträchtigt sind“, schreibt die DW über die UBA-Studie.

 

Teilen, Tauschen, Verleihen, Reparieren tragen zum guten Leben bei

 

Dennoch: „Beim alltäglichen Konsum ist die Handlungsbereitschaft junger Menschen vergleichsweise gering, allerdings lassen sich etwa im Bereich der Mobilität und Ernährung oder des kollaborativen Konsums durchaus Potenziale für ein umweltschützendes Verhalten erkennen.“ Diese Aussage der Studie lässt den Hoffnungsschimmer durchscheinen. Für die Jugendlichen sind Mülltrennung oder Energiesparen inzwischen selbstverständlich. Fleischverzicht oder biologisch erzeugte Lebensmittel sind für sie längst nicht das Tabu, wie für die Generation der Älteren. „Allerdings fällt es den meisten aktuell schwer, auf Fleisch zu verzichten: Nur vier Prozent der jungen Befragten geben in der repräsentativen Umfrage an, nie Fleisch zu essen“, fasst die DW zusammen.

Die Hälfte kann sich vorstellen, sich für Umweltschutz zu engagieren. Allerdings stellen einige die Wirksamkeit und die eigenen Einflussmöglichkeiten infrage. Dagegen setzen inzwischen 79 Prozent der jungen Menschen in Deutschland auf Teilen, Tauschen, Verleihen oder Reparieren: Die Attribute einer Sharing-Economy finden Zuspruch, da sie zu einem guten Leben beitragen könnten.


pit

 

 

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