Künstliche Marsch fällt bei Artenschutz durch

Foto: flickr/F. Seiffert

Durchgefallen: Künstlich angelegte Salzwiesen sind zu artenarm! Eine neue Studie enttäuscht britische Naturschützer. Wissenschaftler der University of East Anglia (UEA) zählten die Artenvielfalt unter den Pflanzen und Tieren auf Überschwemmungsgebieten am Meeresufer. Sie entsprachen nicht den von der EU vorgesehenen Regeln.

Salzwiesen besitzen als natürliche Überschwemmungszone eine wichtige Funktion im Küstenschutz. Hier findet die Flut Raum, ohne dass Häuser und Deiche weg geschwemmt werden.

Für die Artenvielfalt bieten die Wiesen – ähnlich wie Mangrovenwälder - außergewöhnliche Lebensbedingungen, da sie immer wieder von salzhaltigem Meerwasser überspült und wieder ausgetrocknet werden.

 

Die Hälfte aller Salzwiesen der Erde sind verschwunden

 

Künstlich angelegte Salz-Marschen, das fanden die Wissenschaftler jetzt heraus, werden von salzresistenten Pflanzen rasch angenommen und besiedelt. Dennoch bleibt ein Manko gegenüber natürlich entstandenen Salzwiesen: Die Zusammensetzung der Arten unterscheiden sich erheblich. Ein Grund dafür: Tiefer liegende Bodenschichten enthalten zu wenig Sauerstoff.

Im journal of Applied Ecology. werten die Forscher das Ergebnis der Studie so: „Sie entsprechen nicht der EU-Habitatsrichtlinie.“

Etwa die Hälfte aller Salzmarsch auf der Erde gelten inzwischen als verloren. Deshalb fordert das United Nations Environment Programme (UNEP) einen noch besseren Schutz solcher Landschaften. Ob dabei die künstliche Renaturierung, wie sie zur zeit mit der größten Salzmarsch auf der Insel Wallasea Island versucht wird, der richtige Weg sein kann, ist angesichts der aktuellen Forschungsergebnisse aber fraglich.

 

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