Mitmachaktion: Adria-Delfine bitte melden!

Foto: skeeze/Pixabay CC0

Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) bittet Kroatienurlauber um Mithilfe: Als Bürgerforscher für das Projekt "Rettung der letzten Adria-Delfine", Delfinsichtungen zu melden. Dafür muss man nicht einmal in See stechen. Häufig halten sich die geschickten Schwimmer dicht an der Küste auf und lassen sich mitunter ganz bequem vom Balkon der eigenen Ferienwohnung aus beobachten.

 

Langzeitdatenerhebung zum Schutz einer vom Aussterben bedrohten Delfin-Population

 

Das Sichtungsprogramm, das die GRD zusammen mit kroatischen Partnern von der tierärztlichen Fakultät der Universität Zagreb durchführt, existiert seit 2001. Die Daten dienen gemeinsam mit anderen Erhebungen als Bewertungsgrundlage für Maßnahmen, um die bedrohten Bestände zu schützen. So haben in der Adria, in der bis in die 60er-Jahre mehrere Tausende Delfine beheimatet gewesen sein sollen, nur ca. 220 Große Tümmler überlebt.

 

"Weit über 400 Sichtungen wurden uns 2016 gemeldet, so viele gab es noch nie", fasst GRD-Projektleiterin Ulrike Kirsch die Bilanz des letztjährigen Bürgerforschungsprogramms zusammen. Neben Großen Tümmlern (bekannt aus der Fernsehserie "Flipper"), der einzigen Delfinart die ganzjährig in kroatischen Gewässern lebt, sichteten Segler vor der Insel Mljet und bei Solta zwei größere Schulen mit Gemeinen Delfinen. Diese Art ist eher selten in der Adria zu beobachten.

 

Tatort Meer

 

Wasserverschmutzung, Überfischung, Beifang-Tod in Fischernetzen und direkte Tötung haben die Delfinbestände in der Adria zusammenbrechen lassen, in der einst Tausende Delfine und mehrere Arten lebten. Auch heute sterben noch etwa 50 Prozent der Meeressäuger durch menschlichen Einfluss. Sie ertrinken in Fischernetzen, sterben an den Folgen von verschluckten Netzteilen oder Plastiktüten oder kommen durch den illegalen Einsatz von Dynamit zum Fischfang ums Leben. "Wichtig ist auch, Funde von gestrandeten oder toten Meeressäugern umgehend zu melden. Nur dann lassen sich sofortige Rettungsmaßnahmen einleiten bzw. die Todesursachen erforschen", erklärt Ulrike Kirsch. Leider werden Delfine bis heute von vielen Fischern als Nahrungskonkurrenten gesehen, die es zu elimieren gilt, oder als leichte Beute für eine Harpune, wenn die Tiere nichts Böses ahnend in einer Bugwelle reiten. Nur wenn derartige Vorfälle zeitnah gemeldet werden, besteht die Chance, die Täter zu verfolgen und zur Rechenschaft zu ziehen.

Delfinsichtungen können online abgegeben werden: www.delfinsichtung.de


red

 

 


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