Pflanzaktion der Hausbesitzer für bessere Luft

Foto: Pixabay CC/PublicDomain/artisano

Baumsetzer, Baumbeschützer und Baumbewahrer: Unter dem Motto „2.500 Bäume für München“ will der Eigenheimerverband Bayern gemeinsam mit seinen Mitgliedern von September bis zum Jahresende eine angeblich negative Baum­bilanz in München ausgleichen. So soll das „grüne“ Bild der Stadt aufpoliert und damit zur guten Luft in besonderem Maße beitragen werden, verspricht sich Verbandspräsident Wolfgang Kuhn im Gespräch mit global° von den aktivitäten seiner MItglieder.

 

Bäume pflanzen - statt Fahrverbote: Ist die Aktion eine Reaktion auf aktuelle Anlässe wie den Klimawandel oder die Fahrverbotsdebatte in Städten?

Wolfgang Kuhn: Es ehrt den Eigenheimerverband Bayern e.V. wenn wir Ihrer Fragestellung entnehmen können, dass Sie uns zutrauen, in die hochaktuelle Umweltpolitik deutscher Großstädte einzugreifen. Unsere aktuelle Aktion betrifft jedoch Entscheidungen der Politik, die nach unserem Dafürhalten bereits vor Jahrzehnten nicht optimal getroffen wurden und nunmehr - lokal angelegt- einer Korrektur bedürfen.

 

Mit wie vielen Bäumen in wie vielen Gärten und Kommunen rechnen Sie?

Wie die Verwaltung der Landeshauptstadt München auf Grund einer Anfrage im Münchner Stadtrat antwortete, sei der Baumbestand in der Stadt München (rein rechnerisch) zurückgegangen, weil die Anzahl der gemeldeten Baumersatzpflanzungen gegenüber den beantragten Baumfällungen niedriger sei. Es wurde in diesem Zusammenhang von einer negativen Bilanz von 2.500 Bäumen berichtet. Wir haben unsere Aktion deshalb bewusst 2.500 Bäume für München „getauft“. Das wäre unser Traumziel.

 

Stadtbild und Luft verbessern kostet nicht viel Geld

 

Wplfgang Kuhn Foto: Eigenheimverband

Wie hoch schätzen Sie die privaten Investitionen durch die Aktion zur Verbesserung des Stadtklimas und daher ja für das Wohl aller Menschen?

Anders als in der Baumschutzverordnung der Landeshauptstadt München ist bei uns jede Art von Baum und jede Größe eines Baumes zulässig. Insoweit können wir auch die ökologisch wichtigen Obstbäume zulassen. Niemand muss fast ausgewachsene sündteure Solitäre pflanzen. Junge Bäume, die ihr Leben noch so richtig vor sich haben, Bäume deren Wuchs noch richtig beobachtet werden kann, das ist selbstverständlich alles möglich. Gleichzeitig sind diese Größen auch bezahlbar und in Eigenregie pflanzbar. Dadurch dürfte man im Schnitt mit 20 bis 100 Euro Investitionssumme hinkommen. Wer mehr ausgeben möchte, wird natürlich nicht gehindert.

 

Ist in Privatgärten überhaupt noch ausreichend Pflanzraum frei?

Bestimmt nicht in jedem Privatgarten. Aber viele dürften bei vernünftiger Betrachtung doch noch das eine oder andere Eckchen haben, auf dem ein vielleicht eher klein und langsam wachsendes Bäumchen noch seinen Platz finden könnte. In Bayern gab es immer schon diese schöne Tradition, dass zur Geburt eines Kindes ein Baum gepflanzt wird. Warum nicht traditionsbewusst leben und jetzt dem neu geborenen Kind ein „Baum-Geschwisterchen“ mit auf den weiteren Lebensweg geben?

Am Rande: Bereits vor dem eigentlichen Start unserer Aktion hat sich ein Mitgliedsehepaar gemeldet, das unsere Aktion toll finden, aber selbst keinen Platz mehr auf dem eigenen Grundstück hat. Solche Anfragen nehmen wir gerne entgegen und finden eine geeignete soziale Einrichtung (z.B. Kindergarten) in deren Garten die Baumspende gepflanzt wird.

 

Schafft die Aktion nicht auch Konfliktpotenzial zwischen Nachbarn, wenn neue Bäume Aussicht behindern oder für mehr Schatten sorgen?

Das kommt wohl eher aus der Kalauer-Ecke, vergleichbar mit „Freie Sicht bis zum Mittelmeer – weg mit den Alpen“.

Natürlich ist das Leben gerade vieler Menschen in einem sich verdichtenden Raum nicht immer konfliktfrei, natürlich treffen oftmals unterschiedliche Interessen aufeinander. Aber erstens gilt der Satz „red`s halt miteinander“ und zweitens kann man dies ja schon im Vorfeld mit den Nachbarn machen.

Das wäre zum einen von Anfang an entspannt und zum anderen können gerade die Vorteile, die mehr Natur in der Stadt mit sich bringt, ausreichend gewürdigt werden. Und wenn in München im Sommer tagelang die Sonne herunterbrennt, hat schon so mancher den Wert eines Schatten spendenden Baumes erst so richtig erkannt.

 

Haben Sie berechnet, wieviel CO2 diese Bäume kompensieren oder wieviel Sauerstoff sie produzieren?

Aus meinem persönlichen Berufsleben heraus weiß ich, dass Berechnungen zu CO2-Bilanzen tunlichst nicht von Laien angestellt werden sollten. Aber dennoch kann ich jedem versichern, dass jeder einzelne zusätzlich gepflanzte Baum in München der Umwelt zu Gute kommen wird. Wenn die Aktion des Eigenheimerverbands also auch nur einen einzigen zusätzlichen Baum hervorbrächte, würde dies allen Menschen helfen.

Ich gehe allerdings davon aus, dass wir mehr (Bäume) erreichen werden!


pit


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