Pottwale: Große Menge Plastikmüll im Magen

Foto: Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW)

Bereits Ende Januar sind in Schleswig-Holstein 13 Pottwale gestrandet. Vier der 13 Jungwale hatten teils große Mengen Plastikmüll in ihren Mägen. Die Tiere waren ins Flachwasser des Wattenmeeres geraten. Bei ablaufendem Wasser, drückte dann das Gewicht ihres Körpers (12 bis 18 Tonnen schwer) Blutgefäße, Lunge und andere Organe zusammen, so dass die Tiere an akutem Herz-Kreislauf-Versagen starben.

 

Das Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der Stiftung Tierärztlichen Hochschule Hannover (ITAW), hatte die Pottwale anschließend eingehend untersucht und die Ergebnisse vor kurzem veröffentlicht. Zu den auffälligsten Müllteilen gehörten Reste eines 13 Meter langen und 1,2 Meter breiten Fischernetzes, eine 70 Zentimeter lange Plastikabdeckung aus dem Motorraum eines Autos und scharfkantigen Reste eines Kunststoffeimers.

 

"Diese Funde zeigen uns die Auswirkungen unserer Kunststoffgesellschaft: Tiere nehmen unbeabsichtigt Plastik und anderen Kunststoffmüll auf, leiden darunter, im schlimmsten Fall verhungern einige bei vollen Mägen. Das ist eine dringende Mahnung, verstärkt gegen Müll im Meer vorzugehen. Schleswig-Holstein wird seine Anstrengungen hierzu intensiv fortsetzen", sagte Umweltminister Robert Habeck.

Foto: Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW)

Der Müll war zwar nicht der Grund für die Strandung und den Tod der Tiere, es spiegelt aber die Situation auf dem offenen Meer wider. Tierärzte und Biologen vermuten, dass die besonders betroffenen Tiere große gesundheitliche Probleme durch die Reste des Mülls bekommen hätten.

In Schleswig-Holstein war das Thema "Müll im Meer" in 2015 ein Schwerpunktthema der Landesregierung und wurde über eine intensive Aufklärungskampagne und Öffentlichkeitsarbeit begleitet.

 

"Unsere gemeinsame "Fishing for Litter"-Initiative mit dem NABU, die Unterstützung von plastikfreien Modellregionen und Müllsammelaktionen tragen bereits dazu bei, auf das real existierende Problem aufmerksam zu machen und ein Umdenken in der Gesellschaft zu bewirken. Nur lösen können wir das Problem damit noch lange nicht", sagte Minister Habeck.


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