Regelverletzung bei Glyphosat-Bewertung

Foto: hpgruesen / Pixabay CC0

In Kürze werden die EU-Mitgliedstaaten über die Wiederzulassung von Glyphosat abstimmen. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) haben Glyphosat bescheinigt, nicht krebserregend zu sein. Die Internationale Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation, IARC, hingegen hat Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend beim Menschen“ eingestuft. Die umfassende Analyse der Wirkstoff-Bewertungen durch die Europäischen Chemikalienagentur ECHA und anderer EU-Behörden zeigt, wie die eigenen Regeln verletzt und Beweise für die Karzinogenität von Glyphosat aus den Herstellerstudien einfach ignoriert wurden.

 

In dem vorliegenden Report "Glyphosat & Krebs: systematischer Regelbruch durch Behörden" wird deutlich, dass im Fall von Glyphosat mindestens 7 von 12 Langzeitstudien positive Krebsbefunde aufweisen. Zwei dieser voneinander unabhängigen Studien mit positiven Krebsbefunden reichen, um eine Substanz als krebserregend einzustufen.

 

"Doch die Behörden verdrehten und missinterpretierten diese in OECD- und ECHA-Leitlinien beschriebenen Kriterien für biologische Relevanz", zitiert oekonews.at den Toxikologen und Autor der Studie Dr. Peter Clausing, "sie machten das scheinbar mit System und gingen sogar soweit, fiktive Kriterien zu erfinden."

 

Die fünf wichtigsten Verstöße sind demnach:

1. Versäumnisse und Verdrehungen bei der statistischen Auswertung

2. Angebliche „Hochdosis-Effekte“

3. Behauptetes Fehlen von Dosis-Wirkungs-Beziehungen

4. Unzulässige und verzerrte Nutzung „historischer Kontrollen“

5. Willkürliche Studienauswahl

 

Die Studie kommt zu folgendem Schluß: "Die politisch Verantwortlichen dürfen dieses wissenschaftlich höchst fragwürdige und, wie es scheint, interessengeleitete Spiel der EU-Behörden nicht mitspielen. Sie müssen das Vorsorgeprinzip anwenden und dafür sorgen, dass die vorliegenden wissenschaftlichen Belege korrekt ausgewertet werden. Die Gesundheit von 500 Millionen EU-Bürgern steht auf dem Spiel."

 

Wenn auch die Umweltministerin Barabara Hendricks sich gegen den Vorschlag der EU-Kommission, den umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat für weitere zehn Jahre in Europa zuzulassen, stemmt, ist doch ein Ja-Sager schon bekannt. Die Bundeskanzlerin hat sich bereits auf dem kürzlich stattgefundenen Bauerntag klar pro Glyphosat ausgesprochen.

 

Den kompletten Report kann man unter www.global2000.at/sites/global/files/Glyphosat_Regelbruch_der_Behoerden.pdf nachlesen...


hjo

 

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