Regierung muss endlich Agrarwende einleiten

Foto: Pixabay CC/PublicDomain/pixel

Tag des Artenschutzes: Am 3. März fordert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) Nachbesserungen der Düngeverordnung. Sie trage, so die Umweltschützer, in ihrer jetzigen Form „noch nicht ausreichend dazu bei, die schädlichen Nährstoffbelastungen aus der Landwirtschaft zu begrenzen“.

Am „Tag des Artenschutzes“ (3. März) erinnert die DUH daran, dass neben dem Landschafts- und Klimawandel vor allem die intensive Landwirtschaft den Verlust der biologischen Vielfalt antreibe. Das betonen die Naturschützer in einer aktuellen Pressemeldung.

 

Biologische Vielfalt durch Landwirtschaft bedroht

 

Die hohen Nährstoffbelastungen aus der Landwirtschaft, überwiegend durch die Stickstoffverbindungen Nitrat und Ammoniak, führten, schreibt die DUH, zum Verlust der biologischen Vielfalt sowie zu gesundheitlichen und volkswirtschaftlichen Schäden. „Pflanzenarten, die an nährstoffarme Standorte gebunden sind, verlieren ihren Lebensraum und Wildbienen dadurch ihre unverzichtbaren Nahrungsquellen.“

Die Bundesregierung wollte mit ihrer Nationalen Biodiversitätsstrategie bereits 2010 eine Trendwende beim Artenverlust erreichen, betonen die Naturexperten, doch von diesem Ziel sei Deutschland „immer noch weit entfernt“. Dabei sei eine große Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten eine wesentliche Voraussetzung für einen leistungsfähigen Naturhaushalt und die Lebensgrundlagen des Menschen.

„Nicht nur das Artensterben, sondern auch mit Nitrat belastete Gewässer sowie vergiftete Böden sind besorgniserregende Alarmsignale“, sagt dazu Sascha Müller-Kraenner. Er ist einer der beiden Bundesgeschäftsführer der DUH. „Die Bundesregierung nimmt sie nicht ernst genug“, so betont er weiter, „der Stickstoffüberschuss aus der intensiven Landwirtschaft muss schnellstmöglich reduziert werden.“

Dass die Lage ernst sei, betone auch die Europäische Kommission. Sie reichte im Oktober 2016 vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) Klage gegen die Bundesrepublik wegen mangelnder Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie ein. In Deutschland ist die Düngeverordnung das nationale Instrument zur Umsetzung dieser Richtlinie. Das Mitte Februar, nach jahrelangen Auseinandersetzungen, vom Bundestag beschlossene Paket aus Düngegesetz und Düngeverordnung bleibe nach ansicht der DUH jedoch hinter den europarechtlichen Anforderungen zurück. Es reiche noch nicht aus, die drohenden Strafzahlungen abzuwenden. „Weitere Nachbesserungen sind notwendig“ heißt es in der Pressemeldung. Denn sollte Deutschland vom EuGH verurteilt werden, sei mit einer Geldstrafe in sechsstelliger Höhe zu rechnen. Deshalb fordert der Umweltverband von der Bundesregierung die „längst überfällige Wende hin zu einer umweltverträglicheren Agrarpolitik“.


red

 

 

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