Schmuck für den Frieden: Ringe aus Bomben

Foto: Art. 22

Tolles Friedensprojekt: Die Amerikanerin Elizabeth Suda hilft Menschen im asiatischen Laos, aus Granatsplittern, Bombenresten und anderen Überbleibseln des US-Kriegs aus den 1970er-Jahren gegen Vietnam Schmuck zu fertigen. Sie zeigt den Menschen des vom Krieg zerschundenen Landes damit einen Weg aus ihrer Armut und hilft zugleich das explosive Erbe zu entschärfen.

2008 kam Suda erstmals nach Laos. Sie sah, wie Bauern und Handwerker auf den Feldern Blindgänger und Trümmer suchten, um aus dem eingeschmolzenen Metall auf primitiven Öfen in ihren Hütten Löffel zu gießen und zu schmieden. Die verkauften sie auf dem Markt und verdienten sich Geld.

 

Ringe und Reifen aus Granaten für Kunden auf der ganzen Welt

 

Suda fand die Idee gut - sie entwickelte daraus jedoch eine noch bessere Geschäftsidee: Gemeinsam mit der schweizerischen NGO Helvetas und Designern zeigt sie den Laoten, wie sie aus den Metallresten Schmuck herstellen. Sie lehrte die Handwerker, vowiegend Aluminiumreste zu sammeln. Das Leichtmetall hat einen niedrigeren Schmelzpunkt als Eisen. Daher können die Bauern es in selbstgebauten Meileröfen in ihren Dörfern leicht verflüssigen und dann daraus den Schmuck gießen.

Die Armreifen, Ohrringe, Anhänger und Broschen finden inzwischen auf der ganzen Welt Gefallen. Suda organisiert mit ihrem Unternehmen Artikel 22 auch das Marketing. Sie vermarktet den Schmuck weltweit über das Internet - hat etwa prominente Trägerinnen wie Harry-Potter-Star Emma Watson für die Preziosen begeistert, die sie bei öffentlichen Auftritten trägt und das Ansinnen der laotischen Handwerker damit in die Welt trägt. Der Erlös fließt in die Ausbildung der Menschen vor Ort und in Friedensbildung. Und für jedes verkaufte Schmuckstück können professionelle Minenräumer nun drei Quadratmeter Boden in Laos wieder sicher machen, indem sie explosive Kriegsreste aufspüren und sicher detonieren lassen.

 

Schmuck aus Bombensplittern finanziert die Munitionsräumung in Laos

 

Emma Watson mit Ohrringen von Art. 22 Foto: Art. 22

Frieden hat das Land bitter nötig. Jahrzehnte versuchten die USA während des Vietnamkriegs mit Bomben, die ihre B-52 Flugzeuge von 1964 bis 1973 rund um die Uhr über dem Dschungel abwarfen, dort die Nachschubwege des Vietkong für den Krieg im Nachbarland Vietnam zu unterbinden. Nach Schätzungen von Militärexperten waren das etwa 250 Millionen Tonnen Munition. Und wohl ein Drittel der Bomben und Granaten explodierte damlas nicht.

Die Blindgänger liegen noch immer im Boden - sie sind eine große Gefahr für die Menschen. Die Bauern können weite Flächen deshalb nicht als Äcker nutzen, weshalb die Lebensmittelversorgung in Laos auch Jahrzehnte nach dem Vietnamkrieg noch immer prekär ist. Zudem verletzen die Blindgänger auch heute noch immer Menschen, dieihre tödliche Kraft zufällig entfesseln. Im Land leben daher zahlreiche Menschen, die Arme oder Beine einbüßten und auf Hilfe angewiesen bleiben.


pit

 

 

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