22.03.2017

So sehen die Deutschen den Wald der Zukunft

Foto: PEFC

Mit der Webaktion „Wald der Wünsche“ sowie einer GfK-Studie spürte PEFC Deutschland dem aktuellen Verhältnis der Deutschen zum Wald nach.

1.444 Internetnutzer beteiligten sich an der Webaktion. Nochmals 1.004 Teilnehmer äußerten ihre Erwartungen in einer repräsentativen Befragung des GfK-Instituts. Beides Mal ging es um dasselbe: die Zukunft des Waldes.

Initiiert wurde dies von der Waldschutzorganisation PEFC Deutschland e.V. Zum Tag des Waldes 2017 stellt sie das Ergebnis vor.

 

4.715 Wünsche zur Zukunft des Waldes

 

Foto: PEFC

Die Auswertung von 4.715 Wünschen zur Zukunft des Waldes bringt Erwartetes, aber auch Überraschendes zutage. Die meisten der insgesamt 2.448 Teilnehmer wünschen sich einen Wald, in dem die Natur und die in ihr lebenden Arten geschützt existieren können (52,70 Prozent). Weil Mehrfachnennungen möglich waren, gewährt das wohl größte „Wunschkonzert“ zum Wald viele weitere, teilweise unvermutete Einblicke:

 

  • Der Wald ist unbedingt schützenswert, soll aber kein Schutzreservat sein. Denn auf Platz 2 der Wunschliste schätzen die Deutschen den Wald als Arbeits- und Schulungsort; er soll auch in Zukunft für Forstwirtschaft, Tourismus und Bildung offenstehen und dabei den Menschen Holz und Lebensmittel (Wild, Pilze, Früchte) schenken (21,15 Prozent).
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  • An dritter Stelle stehen Erholung, Freizeit und Sport im Wald (17,18 Prozent), wobei dies für ältere Befragte einen höheren Wert besitzt als für die unter 30-Jährigen.

     

    Während bei der GfK-Studie die oben genannten Antwortkategorien vorgegeben waren (gestützte Befragung im Februar 2017), konnten die Wünschegeber auf der Website www.wunschwald.com ihre Herzensanliegen frei formulieren (ungestützte Befragung vom 19. Januar bis 19. März 2017). Hier bildeten sich einige zusätzliche, unerwartete Schwerpunkte heraus:

     

  • Mit 152 Wünschen auf Rang 4 platzierten die Internetnutzer das Erscheinungsbild des Waldes. Ästhetisch, gepflegt und sauber soll er sein, keine „Müllkippe“.
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  • Noch vor einzelne wichtige Anliegen wie Klimaschutz und Luftreinhaltung (77) oder Waldpädagogik (Lehrpfade, Waldkindergärten; 58) schob sich der Wunsch, dass dem Wald mehr öffentliches Interesse und gesellschaftliche Wertschätzung entgegengebracht werden sollte (87).<7li>

     

  • Auffällig ist weiterhin, dass zahlreiche Teilnehmer (55) von vornherein den Wald als multifunktionales Gesamtgebilde skizzieren, in dem sämtliche Nutz- und Schutzfunktionen gleichrangig harmonieren sollten. Diese Ausgewogenheit beschrieben sie meist als „nachhaltigen Wald“, was einen hohen Wissensstand erkennen lässt.
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    Als Waldzertifizierungsorganisation beschäftigt sich PEFC Deutschland e. V. schon seit mehr als 15 Jahren mit der Frage, wie der ideale Wald aussehen kann. Mit dem Wahlspruch „PEFC – Ein Glück für unseren Wald“ erarbeitet der Verein mit allen gesellschaftlichen Gruppen Pläne, wie man welche Waldfunktionen bestmöglich erhalten kann. Deshalb beurteilt PEFC-Geschäftsführer Dirk Teegelbekkers das zwischen dem 19. Januar und 19. März gewonnene Meinungsbild als sehr wertvoll: „Vieles, was sich die Menschen wünschen, ist bereits Bestandteil unserer Standards für einen nachhaltigen Umgang mit dem Wald. Anderes aber liefert uns wichtige Hinweise auf die aktuelle Interessenslage der Bevölkerung. Diese spornen uns an, den PEFC-Anforderungskatalog für Forstleute und Waldbesitzer weiter auszudifferenzieren.“

     

    Von der Esskastanie bis zum Nacktwandern

     

    Im „Wald der Wünsche“, wo dank Computergrafik aus jedem Wunsch ein Baum erwuchs, findet sich nach der gut zweimonatigen Mitmachphase eine große Vielfalt an Erwartungen, Forderungen und Hoffnungen. Die Fülle der oftmals liebevoll ausformulierten Wünsche belegt einmal mehr die tiefe emotionale und kulturelle Verwobenheit der Deutschen mit dem Wald. Sogar mit einzelnen Baum-, Strauch- und Pflanzenarten: gesunde Eschen, schmackhafte Esskastanien, akzeptierte Douglasien, mehr Flaumeichen, alte Buchen, leckere Heidelbeeren und insektennährendes Efeu – jede Art hat ihre Fürsprecher. Bei manchen Tierarten teilen sich die Meinungen, etwa beim Wolf und bei holzzehrenden Käferarten.

     

    Die Rolle, die die Art „Mensch“ im Wald der Zukunft spielen soll, steht insgesamt unter dem Begriff „harmonisches Miteinander“. Die Holzernte und das Jagen dürfen sein, in der Regel muss es aber ruhig im Wald zugehen. Am besten mit getrennten Wegen für Spaziergänger und Radfahrer, für Raucher- und Nichtraucher, für Romantiker und selbst für Nacktwanderer.

    Einer der populärsten Wünsche, der rund 900 Mal auf der Website „geliked“ wurde und damit einen von 50 Preisen gewann, greift ein Motiv auf, das immer wieder im „Wald der Wünsche“ von PEFC aufscheint, nämlich der nachhaltige Umgang mit dem Wald zugunsten der nächsten Generationen: „Ich wünsche mir, dass meine Kinder den Wald noch genauso erleben können wie ich in meiner Kindheit. So viele Tiere und Pflanzen, die es zu sehen gibt, verschiedene Bäume und keine Monokulturen, ein wirklicher Wald … das wünsche ich mir.“

     

    Gijs van Bon Foto: PEFC

    Aktionskünstler Gijs van Bon gab 50 Wünschen künstlerischen Ausdruck

    Am Tag des Waldes am 21. März 2017 fand die PEFC-Aktion „Wald der Wünsche“ ihren ungewöhnlichen künstlerischen Abschluss beim Haus des Waldes in Stuttgart. Im Rahmen einer Finissage schrieb der internationale Aktionskünstler Gijs van Bon mit seinen Roboter „Skryf“ die beliebtesten Wünsche auf einige hundert Meter Waldboden. Der mehrere Stunden dauernde Performance wohnten zahlreiche Besucher bei. Sie wurde von vier Uhr morgens bis nachmittags filmisch dokumentiert und wird unter anderem auf dem YouTube-Kanal von PEFC Deutschland dauerhaft zu sehen sein.

    Die Abschlussaktion – wie auch das gesamte Projekt – realisierte PEFC Deutschland e. V. mit der Unterstützung zertifizierter Unternehmen, die das PEFC-Siegel zur Kennzeichnung ihrer hochwertigen Holz- und Papierprodukte einsetzen: BAUHAUS AG, Decker Massivholzmöbel, InCasa Schlafraumsysteme, Margarete Ostheimer, toom Baumarkt und WestRock. Auf diesem Weg konnten möglichst viele Verbraucher auf unterschiedlichen Wegen eingebunden werden.

     

    Martin Herzberger


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