Termiten verlangsamen Wüstenbildung

Foto: Robert Pringle, Department of Ecology and Evolutionary Biology Princeton-University

In bestimmten Gebieten wie den Graslandschaften und Savannen Afrikas, Südamerikas und Asiens regnet es selten, die Vegetation ist karg und oft langen Dürrezeiten ausgesetzt. Daher sind Luftaufnahmen von Savannen mit vielen Termitenhügeln bisher meist als Beginn der Desertifikation gedeutet worden. Forscher der US-Universität Princeton haben jetzt das Gegenteil herausgefunden. Gebiete mit vielen Termitenkolonien sind trotz des geringen Niederschlags fruchtbare Oasen.

 

"Der Regen ist überall gleich, aber weil die Termiten dafür sorgen, dass das Wasser besser in den Boden dringt, wachsen Pflanzen auf den Hügeln und um sie herum, als wenn es dort mehr Regen geben würde", sagt Studienleiterin Corina Tarnita von der Princeton University. "Die Vegetation um Termitenhügel überdauert länger und schwindet langsamer."

 

Fotos: DigitalGlobe and courtesy of Truman Young, University of California-Davis; Marc Stalmans, Gorongosa National Park; Robert Pringle, Department of Ecology and Evolutionary Biology

Die Wissenschaftler berichten jetzt im Fachblatt "Science", dass die Insekten die Wüstenbildung verlangsamen und trockene Graslandschaften widerstandsfähiger gegen den Klimawandel machen. Durch das Röhrensystem ihrer Bauten kann der Boden Regenwasser schneller aufnehmen und länger speichern. Pflanzenarten könnten dank der Termiten besser überleben oder sich schneller ansiedeln. Co-Autor Robert Pringle ist überzeugt, dass auch andere Tierarten wie Ameisen, Taschenratten oder Präriehunde die Erde aufwühlen und somit eine wichtige Rolle für ein gesundes Ökosystem spielen. Was genau jedes einzelne Tier für eine gesunde Vegetation beiträgt, ist allerdings nur schwer zu ermitteln.

 

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