Weltindex der Meere: Deutsche Küsten sauber

Foto: ap/Sergei Brehm

Fast aufs Treppchen schaffte es Deutschland: Im neuen Ocean Health Index, der erstmals die Beziehung zwischen Meer und Mensch in Zahlen fasst, kletterten die Ozeane vor deutschen Küsten auf Rang 4 des 171 Länder umfassenden Gesundheitsindex der Meere.

Mit 73 von 100 Punkten kam das Meer vor deutschen Küsten auf die gleiche Punktzahl wie etwa die Seychellen. Den Spitzenplatz in der Tabelle holte sich die Jarvis-Insel im Pazifik (86 Punkte). Auch die unbewohnten US-Pazifikinseln (80) rangieren oben in der Skala.

Nur fünf Prozent der Länder erreichen mehr als 70 Gesamtpunkte. Kanada, Japan und Australien sind vorne mit dabei.

 

Qualität der Meere erstmals gemessen

 

Die zum allerersten Mal zusammengestellte Liste beurteilt „ökologische, soziale, wirtschaftliche und politische Faktoren - darunter Wasserqualität, Artenreichtum, Küstenschutz, Tourismus oder die Rolle Meeres für Wirtschaft und Fischerei“, beschreibt die Agentur Pressetext das Auswahlverfahren. „Man kann nur managen, was man misst“, zitiert sie Studienleiter Ben Halpern von der University of California in Santa Barbara. Er veröffentlichte sein Ranking in der Zeitschrift Nature.

Der Index gibt auf Basis nationaler Statistiken Auskunft über die Wirtschaftszone der Länder, die von den Küsten bis 200 Seemeilen ins Meer hinausreicht.

 

Künftig Veränderungen der Ozeane messen

 

Durch regelmäßige Aktualisierung will Halpern den künftigen Wandel beobachten und somit zeigen, wie sich Maßnahmen aller Art auf die Ozeane auswirken.

Deutschland liefere auf seinen kleinen Küstenabschnitten gute Ergebnisse, dürfe sich aber nicht zurücklehnen, sagt Martin Visbeck vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel der Presseagentur. „Wir übersehen meist, dass wir viele Probleme in die Entwicklungsländer exportieren, etwa indem schmutzige Energie- oder Produktionsprozesse ausgelagert werden. Dadurch sind die Industrieländer auch am schlechten Zustand der Küsten anderswo beteiligt.“

 

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