Willkommen im Wald des Allgäus

Foto: proHolz Bayern

Nachhaltige Waldbewirtschaftung und Holzverwendung sind aktive Zukunftsvorsorge und die Grundlage artenreicher und stabiler Wälder, die unserer Landschaften prägen und von vielen Bürgern geschätzt werden. Mit der Aktion Waldschilder will proHolz Bayern den Waldbesuchern die Notwendigkeit von gezielten waldbaulichen Maßnahmen ins Bewusstsein rufen. Jetzt stellte der Verband das erste Waldschild im Allgäu auf.

2,56 Millionen Hektar Ausdehnung, 36 Prozent der Landesfläche, 1 Milliarde Festmeter Holzvorrat, 2,5 Millionen Erholungssuchende jährlich – Bayerns Wald weist Spitzenwerte auf.

Dazu kommen Dienstleistungen wie sauberes Trinkwasser, reine Luft oder Bodenschutz, die sich nur schwer in Zahlen messen lassen. Dies alles wäre ohne Förster, Forstwirte und Privatwaldbesitzer nicht möglich. Was viele Waldbesucher nicht wissen: über die Hälfte des Waldes in Bayern ist Privatbesitz. 700.000 Waldeigentümer gibt es im Freistaat. Durch das freie Betretungsrecht ist es jedem Besucher erlaubt, auch im Privatwald zu spazieren, joggen, auf Forstwegen zu reiten und zu radeln oder einfach die Natur zu genießen. Und das ist auch gut so.

 

Leistungen der Waldbesitzer fürs Gemeinwohl bekannter machen

 

Allerdings sollen diese herausragenden Leistungen der Waldbesitzer für das Gemeinwohl bekannter gemacht werden. Denn die Familienforstwirtschaft ist es, die es durch ihre vorbildliche Bewirtschaftung ermöglicht, den Wald in seiner Vielfalt zu erleben. So wird beispielsweise ein Waldweg, der für eine nachhaltige naturnahe Waldbewirtschaftung unverzichtbar ist, gerne auch von Waldbesuchern genutzt.

Doch nicht immer stößt eine nachhaltige Waldbewirtschaftung auf das Verständnis der Waldbesucher. Der zunehmende Verlust des Bezugs zur Natur und des Naturverständnisses ist ein nicht weg zu diskutierender Trend in einer zunehmend urbanen Gesellschaft. Aufgabe der 700.000 Waldbesitzer in Bayern muss es daher sein, ein Grundvertrauen in die Bewirtschaftung wiederherzustellen und Verständnis für die Bewirtschaftung zu schaffen.

proHolz Bayern hat zu diesem Zweck zusammen mit weiteren Partnern aus der Branche drei Waldschilder für die Öffentlichkeitsarbeit der forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse in Bayern entworfen. Diese laden die Bevölkerung dazu ein, bei einem Waldbesuch nachhaltige Forstwirtschaft zu sehen, zu erkennen, zu erleben und zu verstehen.

Das erste Waldschild „Wir pflegen – Sie erleben.“ im Vereinsgebiet der WBV Kempten Land und Stadt stellten am 10. Oktober in Durach nahe des Waldgashofes “Zum Tobias” Landrat Anton Klotz, der Oberbürgermeister der Stadt Kempten Thomas Kiechle, gemeinsam mit dem Vorsitzenden der WBV Kempten Land und Stadt e.V, Ignaz Einsiedler, dem Vorsitzenden von proHolz Bayern, Johann Koch und zahlreichen Vertretern aus der Forst- und Holzbranche auf.

 

Foto: Pixabay CC/PublicDomain

Medienpartner der Vertanstaltung war der AVA-Agrar Verlag Allgäu aus Kempten.

Ignaz Einsiedler erklärte einführend warum sich die WBV Kempten Land und Stadt für das Aufstellen der Schilder entschieden hat: Aufklärungsarbeit bei der Bevölkerung sei wichtig, um die Nachlieferung von heimischen Holz dauerhaft zu sichern, so der Vorsitzende. Landrat Anton Klotz benannte den notwendigen Waldumbau in klimatolerante Mischwälder als “Herkulesaufgabe”, für die forstwirtschaftliche Eingriffe zwinged notwendig seien. “Um diese Maßnamen optimal durchführen zu können, ist es wichtig Akzeptanz für Waldpflege bei der Bevölkerung zu erreichen. Hierfür sind die Waldschilder von proHolz Bayern ein sehr gutes Medium”. Gerhard Hock, 1. Bürgermeister der Gemeinde Durach, nannte die proHolz Bayern Waldschilder einen ersten Fingerzeig für die steigende Bedeutung der Kommunikationsarbeit in der Forstwirtschaft. Seine Gemeinde habe zudem vor kurzem alle Waldwege sanieren lassen, um eine reibungslose Waldpflege zu gewährleisten. Der 1. Vorsitzende des Holzforums Allgäu, Hugo Wirthensohn, wies darauf hin, dass die Wälder in Bayern Teil der Kulturlandschaft sind und nur eine dauerhafte Bewirtschaftung diese Landschaft erhalten kann. Peter Fickler, 2. Vorsitzender des Holzforums Allgäu und Mitglied des Kuratoriums von proHolz Bayern, appellierte an Bauherren und kommunale Entscheidungsträger im Bauwesen vermehrt auf Holz zu setzen. “Holz aus einem bewirtschafteten Wald speichert CO2 für 100 Jahre und mehr”, so Fickler.

 

Waldschilder sollen Waldbesucher in ganz Bayern informierern

 

Ziel ist es, die Waldschilder flächendeckend über ganz Bayern zu verteilen. „Die Schilder sollen den Waldbesuchern vor Augen führen, dass eine nachhaltige Waldbewirtschaftung mit Verstand und Tatkraft, so wie sie in Bayern seit Generationen hinweg betrieben wird, uns heute diese tollen Waldbilder und vielen Waldfunktionen erleben und nutzen lassen. Nachhaltige Forstwirtschaft und die Erträge daraus sind die Grundlage dafür“, erklärt Johann Koch, Vorsitzender von proHolz Bayern. „Unsere Wälder und das Holz, das darin ständig nachwächst, werden in Zeiten schwindender fossiler Ressourcen an Bedeutung und Nutzen ständig wachsen.Nachhaltige Waldbewirtschaftung und Holzverwendung ist aktive Zukunftsvorsorge! Wir alle möchten auch in Zukunft den Wald als Ort der Ruhe und Erholung nutzen und unseren Alltag mit Holz gestalten: in gesunden Holzhäusern wohnen, mit Holz heizen und unser Leben mit der Vielfalt an ökologisch vorbildlichen Holzprodukten bereichern. Damit auch künftige Generationen diese Leistungen erleben und nutzen können, brauchen wir gesunde Wälder. Und deren nachhaltige Bewirtschaftung. Für den Klimaschutz. Für die Energiewende. Für unsere Zukunft“, so Johann Koch.

 

Ines Heinrich

 


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