Wirtschaftsaufschwung stärkt Artenvielfalt

Foto: photocase/Markus K.

Steigende Wirtschaftsentwicklung verbessert auch die Artenvielfalt: Zu diesem überraschenden Fazit kommt eine neue Studie am Center for International Development Research and Studies (CERDI). Die französischen Wissenschaftler untersuchten dafür über 20 Jahre die Daten aus 48 Ländern Afrikas südlich der Sahara.

Die Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler auf der Netzplattform SciDev-Net. Sie hatten dafür Daten über die Lebenshaltungskosten in den afrikanischen Ländern mit Bestandszahlen von Säugetieren und Vögeln – als Maßstab für die Artenvielfalt – verglichen.

Ergebnisse: Ältere Untersuchungen zeigten bislang eine Abnahme der Artenvielfalt immer dann, wenn die wirtschaftliche Prosperität der Länder zunahm. Betroffen waren davon meist ärmere Bevölkerungsschichten. Sie konnten nicht einfach auf andere Regionen ausweichen. Nun erkannten die Wissenschaftler jedoch, dass die Zahl der Vogelarten mit wachsenden Wohlstand der Bevölkerung in den untersuchten Ländern anstieg. Das überraschte.

 

Kampf gegen Armut kann Biodiversität retten helfen

 

Sie beobachteten aber auch, dass dies nicht für alle Arten zutraf: Säugetierarten konnten demnach von der positiven Wirtschaftsentwicklung nicht profitieren.

Lameed Gbolagade Stephen Akeem vom Department of Wildlife and Fisheries Management der nigerianischen University of Ibadan: „Wirtschaftliche Entwicklung und Artenvielfalt sind in komplexer weise mit einander verknüpft.“ Der Forscher betont, dass die Länder Afrikas beide Pole beachten müssten: „Sie brauchen den Wirtschaftsaufschwung und sie müssen Armut bekämpfen, damit die Menschen nicht mehr länger geschützte Tiere jagen oder bedrohte Landschaften zerstören.“ Er fordert daher die Regierenden auf, Wäldern oder Flüssen, wo sie traditionell als heilig verehrt werden, diesen Status auch weiter zuzugestehen. Er bewahre vor der Zerstörung und Ausrottung der Biodiversität.

 

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