"Auf die Herkunft kommt es an"

Foto: PEFC Deutschland

Ob auf Elektrogeräten, Lebensmitteln oder Holzprodukten – fast überall werben grüne Siegel mit Nachhaltigkeit. Ein Begriff, der seinen Ursprung im Wald hat. Worauf Verbraucher beim Kauf von Holz- und Papierprodukten achten sollten, darüber sprach global° mit Dirk Teegelbekkers, Geschäftsführer der Waldschutzorganisation PEFC Deutschland e.V..

 

Wie oder wodurch schützen Käufer eines PEFC-Produkts den Wald?

Dirk Teegelbekkers: Holz- und Papierprodukte mit dem PEFC-Siegel stammen aus Wäldern, die nachhaltig nach den strengen PEFC-Standards bewirtschaftet werden. Die deutschen PEFC-Standards verlangen beispielsweise den Verzicht auf Kahlschläge und auf den Einsatz von Pestiziden. Sie fordern standortgerechte Mischbestände und den Erhalt von Biotopholz. Auch der Einsatz genetisch veränderter Organismen ist verboten. Große Maschinen für die Holzernte dürfen die Wälder zum Schutz des Bodens zudem nur auf ausgewiesenen Rückegassen befahren. Dadurch lässt sich der Wald nachhaltig nutzen, ohne dieses wertvolle Ökosystem zu schädigen.

 

Was unterscheidet PEFC von anderen Zertifizierungssystemen?

Bei PEFC sind die Standardsetzung und die Zertifizierung voneinander getrennt. D.h. dass PEFC in einem offenen und transparenten Prozess die Regeln formuliert, die Kontrolle der Einhaltung erfolgt jedoch ausschließlich durch unabhängige Zertifizierer, was von größter Bedeutung für die Glaubwürdigkeit eines Zertifizierungssystems ist. PEFC ist zudem besonders für den heimischen Wald geeignet. Denn es wurde ein Zertifizierungsverfahren entwickelt, bei dem selbst sehr kleine Forstbetriebe und der bäuerliche Kleinprivatwald eingebunden werden können. So werden regionale Wirtschaftskreisläufe gestärkt, die Entwicklung der ländlichen Räume gefördert.

 

 

Dirk Teegelnekkers Foto: PEFC Deutschland

Welche Garantien hat der Kunde eines PEFC-Produkts, dass es nachhaltig ist?

Unabhängige Gutachter, wie z.B. der TÜV, kontrollieren in sogenannten Vor-Ort-Audits im Wald regelmäßig die Einhaltung der PEFC-Standards – dies schafft Transparenz und Vertrauen. Kontrolliert werden bei PEFC jedoch nicht nur der Wald, sondern auch die Firmen, die das Holz aus den PEFC-Wäldern weiterverarbeiten. Alle Stationen der Produktionskette müssen zertifiziert sein, damit auch das Endprodukt das PEFC-Siegel tragen darf.

 

Welche Produktgruppen und wie viele Produkte tragen inzwischen ein PEFC-Siegel?

Vom Holzfußboden im Wohnzimmer über Schulhefte bis hin zum Kochlöffel – eine breite Palette an Holz- und Papierprodukten in unserem Alltag stammt bereits aus Wäldern, die nachhaltig nach den PEFC-Standards bewirtschaftet werden. Auch immer mehr große Marken wie Coca Cola, Iglo und tegut werben auf ihren Verpackungen mit dem PEFC-Logo. Einen guten Überblick gibt ein Firmenverzeichnis unter pefc.de/einkaufsratgeber.

 

Ist eine solche Zertifizierung mehr als Marketing (Greenwashing)? Wie garantiert PEFC Glaubwürdigkeit?

Unternehmen, die mit Ökologie und Nachhaltigkeit werben, sollten ihr Engagement “schwarz auf weiß” beweisen können. So sehen das auch viele Verbraucher, wie wir aus Umfragen wissen. Bei PEFC dürfen nur die Unternehmen mit dem PEFC-Logo werben, die lückenlos nachweisen können, dass der Holzrohstoff, aus dem sie ihre Produkte fertigen, aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt. Die ist genau das Gegenteil von Greenwashing. Jede zertifizierte Firma erhält eine eigene Kennziffer und wird Teil einer transparenten Produktion, vom Forstunternehmer bis zum Verkaufsregal. Diese lückenlose Kette ermöglicht die Rückverfolgung bis zu einer unbedenklichen, bei PEFC registrierten Quelle weltweit. Das hilft sicherlich dem Unternehmen in seinem Marketing, dient aber vor allem dem Verbraucher, der einen bewussten, ethisch und ökologisch verantwortungsvollen Lebensstil verfolgt.

 

Catrin Fetz


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