Bauen mit Holz fährt groß auf in Berlin

WOODBOX am Berliner Alex Foto: proHolz Austria/Thessenvitz

Berlin ist derzeit Schauplatz von zwei Ausstellungen zu den Potentialen des modernen Holzbaus. Im Martin-Gropius-Bau läuft noch bis 15. Januar 2017 die Schau "Bauen mit Holz - Wege in die Zukunft". Zum Auftakt wird diese verstärkt durch die WOODBOX, eine komprimierte Form der großen Ausstellung, die bis 30. Oktober 2016 am Berliner Alexanderplatz stationiert ist.

Berlin ist die mittlerweile 13. Station der international tourenden WOODBOX. proHolz Austria zeigt sie in verschiedenen europäischen Hauptstädten und macht an öffentlichen Plätzen auf die neuen Möglichkeiten von Bauen mit Holz insbesondere im urbanen Raum aufmerksam.In Berlin wird sie in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände und proHolz Bayern präsentiert.

Anlass der Station Berlin, die nach Präsenzen auf den Messen "Grüne Woche" und "bautec" Anfang des Jahres in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal mit der WOODBOX angefahren wird, ist die große Ausstellung "Bauen mit Holz - Wege in die Zukunft". Kurator Hermann Kaufmann hat diese gegenüber den gezeigten Versionen von 2011/12 in der Pinakothek in München und 2012/13 im Künstlerhaus in Wien aktualisiert und um neue Aspekte erweitert. Mit den ausgewählten, internationalen Beispielen zeitgemäßer Holzarchitektur bildet sie neueste Tendenzen in der Baukultur mit Holz ab. Schwerpunkte gelten der Klimaentlastung durch Holzbauten, dem urbanen Bauen mit Holz bis über die Hochhausgrenze hinaus und der Bedeutung von Laubholz als alternativer Holzart für Bauprodukte.

 

Ökologisch, urban, vielfältig

 

Ausstellung im Gropiusbau Berlin Foto: proHolz/M. Thessenitz

Anhand von ökobilanzierten Holzgebäuden und Vergleichen mit simulierten Zwillingsbauten in herkömmlicher Bauweise werden die Klimaschutzeffekte von Bauen mit Holz aufgezeigt. Neben Neubauten werden in der Ausstellung nun erstmals auch sanierte Bestandsgebäude analysiert. Die Daten zeigen auch hier hohe CO2-Einsparungen. 69 Prozent Klimaentlastung etwa bringt die aus dem Jahr 1975 stammende und 2011 modernisierte Augsburger Peter-Schweizer-Grundschule, die Teil der Ausstellung ist.

Ebenso thematisiert die Ausstellung die Entwicklung zum Hoch Bauen mit Holz und veranschaulicht sie unter anderem mit dem 18-geschossigen Studentenwohnheim Brock Commons in Vancouver, das aktueller Höhenrekordhalter ist. Holz im urbanen Kontext ist ein neues Kapitel der Ausstellung, das insbesondere Beispiele aus dem verdichteten Wohnbau zeigt - wie etwa der 7-geschossige Holz-Wohnbau in der Wagramer Straße in Wien.

Die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten im digitalen Zeitalter visualisieren neue Projekte wie die Londoner Crossrail Station Canary Wharf oder der Kaeng Krachan Elefantenpark im Zoo Zürich. Nicht zuletzt trägt die Ausstellung auch der zunehmenden Bedeutung alternativer Holzarten Rechnung. Laubholz wird langsam, aber deutlich häufiger in den heimischen Wäldern. Am Beipiel der Tischlerei Mohr im Vorarlberger Andelsbuch wird der Einsatz eines neu entwickelten Buchen-Furnierschichtholz gezeigt.

 

WOODBOX reloaded

 

Die wichtigsten Neuerungen wurden auch in der WOODBOX, die ursprünglich als ein Ergebnis der Ausstellung entstanden ist und ein Konzentrat derselben darstellt, nachvollzogen.

Die von Hermann Kaufmann gemeinsam mit Winfried Nerdinger von der Technischen Universität München kuratierte Ausstellung "Bauen mit Holz - Wege in die Zukunft" wird im Martin-Gropius-Bau in Berlin in Kooperation mit dem Deutschen Architektur Zentrum DAZ gezeigt. Gefödert wird sie durch die DBU Deutsche Bundesstiftung Umwelt und weiteren Partnern.

 

Karin Giselbrecht

 

 

Foto: proHolz/Jirka Jansch
Foto: proHolz/M. Thessenvitz

 

 

 

 


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