Bauen mit Holz ist aktive Waldpflege

Foto: Bayerische Staatsforsten

Positive Bilanz: Deutsche Wälder und Bäume werden größer, bunter und älter - der Bau-, Werk- und Energiestoff Holz wird immer beliebter. Befürchtungen, dass den deutschen Wäldern durch den steigenden Holzbedarf ein zunehmender Kahlschlag drohe sind unbegründet.

Das bestätigt auch der Leiter des Lehrstuhls für Waldbau an der TU München Prof. Dr. Reinhard Mosandl. „Abgesehen von der Tatsache, dass in Deutschland kaum noch Kahlschläge vorgenommen werden, sondern zumeist andere Verjüngungsverfahren bei der Holznutzung zum Einsatz kommen, ist festzustellen, dass in allen Eigentumsarten die Holznutzung in Deutschland nach wie vor unter dem natürlichen Holzzuwachs liegt und sich die Holzvorräte auf Rekordniveau befinden.“, so Reinhard Mosandl.

 

Jährlicher Zuwachs übersteigt die Holznutzung

 

Laut den Zahlen der aktuellen Bundeswaldinventur steht über alle Eigentumsarten einer Nutzung von durchschnittlich 9 Kubikmeter pro Jahr und Hektar ein Zuwachs von durchschnittlich 11,9 Kubikmeter pro Jahr und Hektar gegenüber. Daraus resultiert der steigende Holzvorrat, welcher in den letzten 10 Jahren um 227,4 Millionen Kubikmeter angewachsen ist. „Im letzten Jahrzehnt hat die Waldfläche in Deutschland zugenommen und zwar um rund 0,4Prozent oder 50.000 Hektar“, bekräftigt Prof. Dr. Mosandl den guten Zustand der deutschen Wälder. Auch eine 15 prozentige Übernutzung des Nadelholzbestandes ist laut dem Waldbau Experten ein Gerücht. „Richtig ist, dass der Fichtenvorrat gegenüber der letzten Inventur im Jahr 2002 um 4 Prozent abgenommen hat. Dies ist angesichts der Gefährdung der Fichte durch Borkenkäfer- und Sturmschäden sowie durch den sich abzeichnenden Klimawandel waldbaulich und forstpolitisch angeraten.“

Zum Bau der Holzgebäude in der aktuellen Anzahl wird im Übrigen gerade einmal ein Drittel des natürlichen jährlichen Holzzuwachses in Deutschland benötigt. Es besteht also noch viel Potenzial für mehr umweltfreundliche Holzgebäude.

 

Außenhandel mit Holz: Deutlicher Exportüberschuss

 

Deutschland hat im Jahr 2015 4,6 Millionen fm Nadelrundholz importiert. Der Professor für Betriebswirtschaftslehre Nachwachsender Rohstoffe an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf Hubert Röder sieht die Importe von Rohholz als ein Zeichen für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Holzindustrie. „Daraus werden Halbwaren (Schnittholz und Holzwerkstoffe) erzeugt, die zu einem deutlichen Exportüberschuss führen. Der Holzbedarf der deutschen Bau- und Energiebranche kann ohne Probleme auch aus den Wäldern Deutschlands bedient werden, wobei noch deutliche Wachstumspotenziale bestehen ohne die Nachhaltigkeit einzuschränken.“

Dabei wird auch bei Importen auch Nachhaltigkeit wert gelegt. „Die Importe stammen in der Regel aus zertifizierten und nachhaltig bewirtschafteten Wäldern benachbarter Länder in Europa. Wie auch in anderen Wirtschaftsbereichen erfolgt die Beschaffung von Rohstoffen nach wirtschaftlichen Kriterien, wobei die Transportentfernungen für Rohholz im Vergleich zu anderen Wirtschaftsbereichen sehr gering sind. Aufgrund des Netto Exportüberschusses von Holzhalbwaren ist die Bilanz jedenfalls ausgeglichen.“, so Röder.

 

Nachhaltige Holzernte und Holzverwendung sind aktiver Klimaschutz

 

Das ausbalancierte Verhältnis von Nutzen und schützen ist damit Garant für den Fortbestand unserer viel geschätzten Wälder und ein dauerhafter Beitrag zum Klimaschutz: Bäume binden CO2 aus der Luft, wandeln es in Holz um und liefern frischen Sauerstoff. Ein Kubikmeter Holz speichert dabei eine Tonne CO2. Sterben Bäume zum Beispiel in einem Urwald ab, wird das gebundene CO2 beim Verrotten wieder frei. Für den Klimaschutz ist dies ein Nullsummenspiel. Verbautes Holz hingegen speichert den Kohlenstoff über sehr lange Zeiträume, oft über Jahrhunderte, bis es entweder in anderen Produkten wiederverwertet oder am Nutzungsende verbrannt wird. Und selbst diese energetische Verwendung von Holz schont das Klima weil damit begrenzt verfügbare fossile Energieträger ersetzt werden. Durch regelmäßiges Fällen und Nutzen von Holz kann der Wald insgesamt mehr CO2 speichern als wenn dieser sich selbst überlassen bleibt und verrottet.

Damit ist Holzverwendung aktiver Klimaschutz. Werden Holzprodukte anstelle anderer, energieintensiv hergestellter Baustoffe eingesetzt oder zur Wärme- und Energiegewinnung Holz anstelle fossiler Energieträger verbrannt ist die Klimaschutzwirkung ungleich höher. So werden durch die Forst- und Holzwirtschaft jährlich rund 18 Millionen Tonnen CO2 gebunden oder substituiert, das sind 23 Prozent des jährlichen Gesamtausstoßes in Bayern. Diese mehrfachen Klimaschutzeffekte des Rohstoffes Holz sind einmalig und werden von keinem anderen Baustoff erreicht.

 

Ines Heinrich


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