16.03.2017

Biotreibstoff: Weniger Ruß aus Flugzeug-Motoren

Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Smaragd

Die Beimischung von 50 Prozent Biotreibstoff reduziert die Rußpartikelemissionen eines Flugzeugs um 50 bis 70 Prozent gegenüber der Verbrennung von reinem Kerosin.

Dies zeigt eine in Nature veröffentlichte Studie. Sie beruht auf gemeinsamen Forschungen der NASA, des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und des kanadischen National Research Council sowie der Physikerin Bernadett Weinzierl von der Universität Wien.

 

Ziel ist die Eindämmung des Klimawandels

 

Flugzeugtriebwerke stoßen Rußpartikel aus. Diese wirken als Kondensationskeime für kleine Eiskristalle, die als Kondensstreifen sichtbar werden. Die Eiskristalle der Kondensstreifen können bei feucht-kalten Bedingungen in Höhen von etwa acht bis zwölf Kilometern mehrere Stunden bestehen und hohe Wolken, sogenannte Kondensstreifen-Zirren, bilden. So beschreibt die Agentur Pressetext den Hintergrund der wissenschaftlichen Arbeit.

Die Forscher wollen den Klimawandel eindämmen: "Die Rußemissionen bestimmen weitgehend die Anzahl der Eiskristalle in Kondensstreifen. Mit der Möglichkeit, anhand von Biotreibstoffen die Rußemissionen von Triebwerksabgasen um mehr als die Hälfte zu verringern, öffnet sich ein Weg, die Klimawirkung von Kondensstreifen zu reduzieren", erklärt der Co-Autor der Studie, Hans Schlager vom DLR-Institut für Physik der Atmosphäre.

 

Biotreibstoff HEFA im Test

 

Die Flugversuchskampagne war Teil des Forschungsprojekts "ACCESS". Das DLR-Forschungsflugzeug Falcon flog im Mai 2014 in die USA. Dort führten die Spezialisten Messungen im Abgasstrahl im Abstand von 30 bis 150 Metern zum NASA-Forschungsflugzeugs DC-8 durch. Die Triebwerke der DC-8 wurden dabei zum Vergleich abwechselnd mit regulärem Flugtreibstoff und einer 1:1-Mischung aus regulärem und dem Biotreibstoff HEFA betrieben. HEFA wird aus dem Öl der Camelina-Pflanzen gewonnen.

Mehr als ein Dutzend Instrumente in den Verfolgerflugzeugen zeichneten die emittierten Rußpartikel und Gase der vorausfliegenden DC-8 auf. "Messungen im Nachlauf von Flugzeugen erfordern viel Erfahrung der Crew und eine erprobte Messausrüstung", so Bernadett Weinzierl. "Das war das erste Mal, dass wir im Flug die Anzahl emittierter Rußpartikel eines Triebwerks, das beigemischten Biotreibstoff verbrennt, gemessen haben", unterstreicht Rich Moore von der NASA, Hauptautor eines entsprechenden "Nature"-Artikels.


red

 

 

Lesen Sie auch:

 

Hybrid-Flugzeug für den Klimaschutz

Hightech und Bioenergie: gemeinsame Zukunft

Google-Chef PAge sponsert Solarflug-Pionier


Der Artikel hat Ihnen gefallen?
Sie können für global° spenden!
Flattr this

Most Wanted

Foto: ICAN/Pressenza

Atomwaffenverbot: Aktivisten kritisieren Boykott

Mit einer meterhohen Lichtprojektion am Gebäude des Außenministeriums haben Friedensaktivisten...


Foto: pixabay cc/publicdomain/sereechaise

Klimawandel fördert mehr Kinderarbeit

Noch ein Grund, den Klimawandel zu bekämpfen: Er verschlimmert die Ausbeutung von Kindern in den...


Screenshot: Video

Meeresmüll-Film: It‘s a plastic world

Andreas Tanner schreibt über sein Filmprojekt: In meinen Ferien sah ich einen einsamen Strand, der...


Neu im global° blog

G20: Hamburg wird ein orwellscher Albtraum

Der G20-Gipfel findet am 7.-8. Juli in Hamburg statt. Die Verantwortlichen haben vor, ihre Stadt in...


Foto: naturlieferant.de

Plastikfrei leben - Plastikfreie Zone

Plastikfrei leben ist die Vision und das Ziel von Katrin Schüler und ihrer Plastikfreien ZONE. In...


Foto: DiEM25

Überraschend: Es gibt Alternativen für Europa!

Am 25. und 26. Mai kamen DiEM25-Mitglieder aus ganz Europa in Berlin zusammen um ihre Arbeit und...


Folgen Sie uns: