Elektro-Schrott: Rohstoffe nachhaltig behandeln

Elektro-Schrottberg Foto: K. Loeffelstein/Unicef

Tablets, Smartphones, Computer, Haushaltsgeräte: Die Liste der Elektrogeräte, die früher oder später als Elektroschrott enden, ist unwahrscheinlich lang. Obwohl die darin enthaltenden Rohstoffe bei falscher Entsorgung erheblichen Schaden an Mensch und Umwelt verursachen, gehen viele Verbraucher und Unternehmer leichtsinnig mit diesem Thema um. Mit einem verantwortungsvollen Umgang bei Altgeräten lassen sich die Bestandteile nachhaltig recyceln.

Laut einer Reportage des SWR (siehe Video), gelangt rund ein Fünftel der Altgeräte von Deutschland nach Westafrika und Indien -llegal. Dort werden die Geräte unter verheerenden Bedingungen ausgeschlachtet.

 

Wertvolle Rohstoffschätze im Elektrosdchrott

 

Der Schrott enthält wertvolle Rohstoffe. Die können wir nutzen:

* Aluminium

* Kupfer

* Gold

* Plastik

* Metalle

Aber die Entsorgung in fernen Ländern ist erheblich billiger als auf dem legalen und klimafreundlichen Weg.

Dass es jedoch keine Lösung ist, Elektroschrott auf diese Weise zu entsorgen, beweisen die markanten Auswirkungen. Beim unsachgemäßen Zerlegen werden hochgiftige Substanzen freigesetzt: nur ein Beispiel - bleihaltiger Staub. Er kann langfristig Schäden am Gehirn auslösen.

Sämtliche Dämpfe, die bei den Arbeiten in Indien und anderswo beim Verbrennen der Bestandteile entstehen, wirken organschädigend. Neben den Menschen, die direkt damit in Kontakt kommen, werden Luft und Wasser schwer vergiftet.

 

E-Schrott: Menge soll 2016 doppelt so groß wie 2012 sein

 

Einer Studie zufolge soll die Menge des Elektroschrotts im Jahr 2016 stolze 93,5 Millionen Tonnen weltweit betragen. Im Vergleich zu 2012, wo die Menge noch bei 41,5 Tonnen lag, wird daher mit einer Verdoppelung gerechnet. Die Umwelt wird unter diesen erheblichen Mengen weiter leiden. Während beispielsweise in Indien erste Gesetzesänderungen für verschärfte Bedingungen zum Recycling sorgen, liegt es an jedem einzelnen Verbraucher verantwortungsvoll mit der Entsorgung seines Elektroschrotts umzugehen.

 

Kostenlose Entsorgung für Privathaushalte

 

Eine Entsorgung von Elektroschrott über den Hausmüll ist grundsätzlich verboten. Auf die Ziele, die die EU mit strengeren Recycling-Auflagen erreichen will, sind wir hier bereits eingegangen.

Handys, Computer und Haushaltsgeräte dürfen bei den kommunalen Sammelstellen kostenlos abgegeben werden, so sieht es das Elektrogesetz (ElektroG) vor. Abhängig von Region und lokalen Regelungen sind regelmäßige Abholungen mit Sammeltonnen für kleinere Elektrogeräte üblich. Auch Sammelstationen werden von einigen Gemeinden angeboten. Die gesammelten Altgeräte werden anschließend an die entsprechenden Elektrohersteller übermittelt. Diese sind für die weitere Entsorgung verantwortlich. Wer typische Haushaltsgeräte wie  Staubsauger ordnungsgemäß entsorgen möchte, kann nach Angaben des Verbraucherportals staubsauger.net eine weitere Möglichkeit nutzen: „Zudem ist der Handel per Gesetz verpflichtet, verkaufte Ware für die fachgerechte Entsorgung kostenlos von Kunden zurückzunehmen. Viele wissen das gar nicht, zumal die Unternehmen – verständlicherweise – diesen Umstand nur sehr selten öffentlich kundtun oder gar bewerben. Es kann vorkommen, dass manche Händler von Ihnen einen Nachweis verlangen, dass der Staubsauger auch tatsächlich in diesem Unternehmen gekauft wurde, wobei Sie gesetzlich diesen Nachweis nicht erbringen müssen.“

 

Entsorgung bei Unternehmen

 

Handwerksbetriebe und andere Kleinunternehmer dürfen ihren Elektroschrott bei kommunalen Recyclinghöfen ebenfalls kostenlos abgeben. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass die Mengen mit denen von Privathaushalten übereinstimmen.

Elektroschrott, der von Kunden zur Entsorgung in den Betrieben abgeben wurde, ist anderweitig zu entsorgen.

 

Dubiose Elektroschrott-Entsorgung

 

 

Alte Rechenmaschine: Schrott oder Rohstoff? Foto:

In einigen Teilen Deutschlands sind regelmäßig illegale „Entsorger“ unterwegs. Nachdem Anwohner irreführende Flugzettel und Schreiben im Briefkasten finden, stellen sie ihren Elektroschrott auf die Straße und freuen sich über die komfortable Entsorgung. Dass es sich dabei um kriminelle Machenschaften handelt, ist vielen nicht bewusst. Derartige Sammlungen sind jedoch illegal und von Abfallwirtschaftsbetrieben keinesfalls beauftragt. Das Ziel dubioser Anbieter ist der Verkauf wertvoller Bestandteile wie Metalle und Kupfer, die sich im Elektroschrott privater Haushalte befinden.

Die Überreste der Haushaltsgeräte werden wiederum illegal entsorgt und landen über dunkle Kanäle in Indien oder Afrika.

Da in Elektroschrott teilweise sehr gefährliche Elemente wie Cadmium< oderBlei enthalten sind, handelt es sich um gefährlichen Abfall. Dieser darf ausschließlich von Entsorgungsunternehmen abgeholt werden, die zertifiziert und vom zuständigen Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) beauftragt wurden. Derartige Abholungen werden in der Regel rechtzeitig angekündigt, und nicht wie bei illegalen Fällen nur einen Tag zuvor. Sollte eine verdächtige Nachricht im Briefkasten landen, sind die lokalen AWBs dankbar für Hinweise, um entsprechend reagieren zu können.

 

Elektroschrott vorbeugen

 

Um den Elektroschrottmengen künftig vorzubeugen, können diverse Maßnahmen ergriffen werden. Ein Anfang besteht bereits darin noch funktionstüchtige, aber ausrangierte Elektrogeräte nicht zu entsorgen, sondern zu verkaufen. Über Zeitungsannoncen und Onlineplattformen wie eBay-Kleinanzeigen lassen sich Fernseher, Waschmaschinen und ähnliches mit guten Chancen anbieten. Auch das Verschenken der Gerätschaften ist eine sinnvolle Alternative. Möglicherweise gibt es im Verwandten- und Bekanntenkreis Menschen, die dankbar für kostenlose Elektrogeräte sind.

Auch das Spenden an regionale Vereine oder die Abgabe bei Gebrauchtwarenläden wie der Arbeiterwohlfahrt (AWO) wäre denkbar. Dort werden Elektrogeräte verkauft, die Einnahmen dienen wiederum dem guten Zweck.

So erhalten funktionsfähige Elektrogeräte eine neue sinnvolle Aufgabe, der Elektroschrott minimiert sich. Pro Haushalt scheinen die Auswirkungen vielleicht minimal, aber im weltweiten Kreislauf des Recyclings sind die positiven Effekte in der Masse nicht zu unterschätzen.

Katja Brunnen

 


Der Artikel hat Ihnen gefallen?
Sie können für global° spenden!
Flattr this

Autorin: Katja Brunnen