Experte: „Recycling gewinnt fast immer“

Foto: Wikimedia CC 3.0/Visitor7

Recycling first: Weil der Rohstoffbedarf der Industrie weiterhin stetig steigt, die Quellen aber allmählich zu versiegen drohen, wird die Wiederaufbereitung bereits gebrauchter Materialien immer wichtiger. „Klima und Umwelt durch nachhaltiges Wirtschaften mit Ressourcen zu schonen, ist eine globale Herausforderung“, betonen daher Wissenschaftler vom Ressourcen- und Innovationsmanagement bei Fraunhofer UMSICHT in einer aktuellen Studie, die sie für das Recycling-Unternehmen ALBA Group machten.

Tausende Tonnen Abraum aus der Rohstoffgewinnung, Erdöl oder Erdgas für Kraftstoffe, dazu Raffinerie-Abfälle und Gewässerverschmutzung – die Nutzung von Primärressourcen wie Kupfererze oder Rohöl ist mit einem immensen Rohstoffaufwand verbunden, betonen die Fraunhofer-Forscher: „Diese Vorkette fällt in der Sekundärproduktion teilweise deutlich kürzer aus“, erklärt Abteilungsleiter Hartmut Pflaum. Denn im Recyclingfall schöpfe die Industrie aus einem bereits im Wirtschaftskreislauf vorhandenen Materialfundus, ohne energie- und rohstoffintensive Gewinnung.

 

Recycling ersetzt Materialimporte von 20 Milliarden Euro pro Jahr

 

Die Wissenschaftler stellen Deutschland dabei ein durchaus gutes Zeugnis aus. „Wir sind Vorreiter auf dem Gebiet der Wiederverwertung von Abfällen und Reststoffen.“ Jährlich ersetzt das Recycling von Abfällen im Land Rohstoffimporte im Wert von 20 Milliarden Euro. Bis zum Jahr 2020 könnte die Summe nach einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft auf rund 30 Milliarden Euro ansteigen, so die Wissenschaftler.

In der jetzt vorgestellten Studie zur ALBA Group zeigen die Wissenschaftler, dass die Recycler pro Jahr mehr als 48,3 Millionen Tonnen Primärressourcen durch die Wiederverwertung von rund 6 Millionen Tonnen Wertstoffen schonen. Das entlastet die atmosphäre um 6,6 Millionen Tonnen weniger Treibhausgasemissionen. „Um einen vergleichbaren Effekt zu erzielen, müsste die Anzahl der Autos auf deutschen Straßen um etwa 3,3 Millionen reduziert werden“, vergleichen die Studienautoren.

 

Recyclingexperte: „Materialkreislauf gewinnt fast immer“

 

Recycling-Experte Hartmut Pflaum weiß: „In unserem Vergleich ‚Primär’ gegen ‚Sekundär’ gewinnt Recycling fast immer – egal ob es um Ressourcenschonung, Treibhausgasersparnis oder wirtschaftliche und gesellschaftliche Implikation geht.“


red

 

 

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