Globalisierung verschlimmert Armut der Schwachen

Foto: Pixabay CC/PublicDomain/heju

Globalisierung fördert Armut: Der Wettbewerb auf dem globalen Markt sorgt nach gängiger Meinung - frei nach Darwins Thesen - dafür, dass auch unvorteilhafte Organisationsstrukturen und soziale Normen verschwinden. Von wegen: Eben das stimmt nicht!

Das erkannten jetzt Wissenschaftler des Santa Fe Institute und der Universität La Sapienzia, berichtet die Agentur Pressetext. Vielmehr führt, so ihre Erkenntnis, der Welthandel nur dazu, "dass in Verliererländern der globalen Wirtschaft für die Produktivität nachteilige Praktiken sogar verstärkt werden".

 

Globalisierung zementiert Armut

 

"Im globalen Wettbewerb werden besonders Länder abgehängt, in denen institutionelle Gepflogenheiten oder soziale Normen einer günstigen Produktion im Wege stehen", zitiert die Agentur aus der Studie der Wissenschaftler. Die gängige Annahme, dass sich daraufhin die Gepflogenheiten änderten, sei laut der im Fachblatt American Economic Journal: Microeconomics erschienenen Theorems offenbar falsch. Statt in Gewinnerländern gängige Organisationsmethoden und Normen umzusetzen, verstärken Verliererländer bisherige Praktiken.

"Das bedeutet in dem Ausmaß, in dem Institutionen und Kulturen ein Land zurückhalten, wird mehr Handel mit anderen Ländern nicht ein Wettrennen an die Spitze auslösen. Es sperrt Länder in ihren Status Quo", zitiert die Agentur Samuel Bowles. Er ist Ökonom am Santa Fe Institue. Seine Begründung: Im Prinzip erlaube Freihandel jedem Land, sich auf genau das zu spezialisieren, worin es am wenigsten schlecht ist. Der Experte aber erkannte: "Es wird also dazu tendieren, jene Institution oder Kultur, das an seiner Rückständigkeit schuld ist, persistenter zu machen."

 

Beispiel für fatale wirkung globalen Handels: Baumwoll-Versagen

 

Das zeigte Santa Fe Institute schon der amerikanische Süden vor dem US-Bürgerkrieg. Dieser war dank Sklaverei globaler Baumwollkönig. Daher hätten, so die Wissenschaftler in ihrer Arbeit, die Südstaaten weiter an der Sklaverei festgehalten, als eigentlich klar wurde, dass mit der Peitsche motivierte Arbeitskraft nicht den Anforderungen der industriellen Revolution genügt. Pressetext: "Eben deshalb wurde der Süden der USA letztlich wirtschaftlich abgehängt - was ihm im Prinzip bis heute nachhängt."


red

 

 

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