GREEN BRANDS-Label „besonders empfehlenswert“

GREEN BRANDS ist inzwischen in Deutschland bereits in der dritten Runde. Ein global°-Interview mit Norbert Lux über den Wert der Zertifizierung und des Labels.

 

 

Norbert Lux Foto: GREEN BRANDS

GREEN BRANDS ist inzwischen in Deutschland bereits in der dritten Runde. Neben neuen Teilnehmern lassen sich viele Marken revalidieren - manche sogar zum 2. Mal. Welche Erfahrungen machen Sie: verbessern sich die Unternehmen/Produkte oder stagniert der Prozess zu mehr Nachhaltigkeit?

Norbert Lux: Die Re-Validierungen finden im Abstand von zwei Jahren statt. Dabei können wir zum Teil sogar größere, positive Veränderungen feststellen. Nur sehr wenige stagnieren, manche verschlechtern sich um nur wenige Punkte, da zum Teil andere Zertifizierungen (noch) nicht erneuert wurden. Dies schlägt sich dann natürlich mit einem etwas schlechteren Re-Validierungsergebnis nieder. Solange dabei die geforderte Benchmark von 51 Prozent nicht unterschritten wird, erhalten die Marken erneut das Gütesiegel. Gleichwohl können die Unternehmen sehr gut erkennen, wo die Stellschrauben zu verändern sind, um das Ergebnis beim nächsten Verfahren wieder zu verbessern.

 

Um das GREEN BRANDS-Label kann man sich nicht selbst bewerben

 

Für die GREEN BRANDS Auszeichnung bzw. das Gütesiegel kann sich ein Unternehmen nicht selbst bewerben. Warum ist das so und wie wählen Sie dann potenzielle Kandidaten aus?

Das weltweit einzigartige Verfahren zur Auszeichnung als GREEN BRAND wurde bewusst so entwickelt, dass sich Unternehmen/Marken nicht selbst bewerben können, um eine „Inflation“ an Teilnehmern zu verhindern. Daher können Unternehmen/Marken nur zum Verfahren zugelassen werden, wenn Sie nominiert wurden. Diese Nominierung geschieht entweder via Markforschungsstudien durch die Bevölkerung oder durch Nennungen von Jury-Mitglieder, NGOs, Verbänden, Medien-Partner im Nachhaltigkeitsbereich und auch bereits ausgezeichnete GREEN BRANDS. Somit ist gewährleistet, dass durch diese erste Hürde eben „nur“ jene Unternehmen/Marken am Verfahren teilnehmen, die bereits ihre Bestrebungen im (ökologisch) nachhaltigen Bereich bewiesen haben und die „Reife“ zur Auszeichnung besitzen.

 

Sie wollen GREEN BRANDS auch weiter internationalisieren: Wohin geht die Reise und wo liegen mögliche Stolpersteine?

GREEN BRANDS ist in nunmehr über 35 Ländern patentrechtlich geschützt und bemüht sich seit Jahren, das Verfahren – neben Österreich und Deutschland – auch in weiteren Ländern zu realisieren.

Die Herausforderung dabei ist, den oder die richtigen Partnern in anderen Ländern zu finden, die den GREEN BRANDS-Gedanken auch zu 100 Prozent verinnerlichen und auch bereit sind, damit neue Wege im jeweiligen Land zu gehen. Zahlreiche Versuche scheiterten bereits an unterschiedlichen Vorstellungen, etwa die Benchmark zu senken oder einige Validierungs-Kriterien nicht zu berücksichtigen.

Dies ist natürlich nicht möglich, da wir unter keinen Umständen in einem anderen Land eine Art GREEN BRANDS-„light“ Auszeichnung schaffen, die unser gesamtes, seriöse und strenge Verfahren ad absurdum führen würde.

 

GREEN BRANDS goes international

 

Wo führen sie konkret Gespräche?

Wir führen und führten bereits weitreichende Verhandlungen mit asiatischen Länder, wie ebenso mit über 10 europäischen Ländern; ja sogar auch Kenia!

Ich bin überzeugt, dass wir in den kommenden Jahren in wenigsten fünf weiteren Ländern an den Start gehen.

 

Sie haben am Validierungsverfahren sehr lange gefeilt: Lohnte sich der Aufwand und welche Bedeutung hat das für die Auszeichnung?

Die Entwicklung des bis dato weltweit einzigartigen, dreistufigen Auszeichnungsverfahren für ökologisch nachhaltige Marken, wurde von 2007 bis 2011 entwickelt. Höchste Prämisse waren dabei Unabhängigkeit und Transparenz. Dabei wollten wir von Brachen unabhängig als „Dachmarke“ etabliert werden. Dies vor allem im Hinblick darauf, dass wir auch für die kleinsten Unternehmen - mit der erfolgreichen Auszeichnung - eine herausragende Ehrung schaffen, die sich „normalerweise“ teure Zertifizierungsverfahren nicht so leicht leisten können.

Dies ist zweifelsohne bestens gelungen und die Quote von über 75 Prozent „Wiederholern“ - also Marken, die sich dem Re-Validierungsverfahren stellen und das Gütesiegel erneuern - beweist dies eindrucksvoll. Das GREEN BRANDS Verfahren und Gütesiegel hat sich bestens etabliert - über 120 Unternehmen/Produkte sind bereits ausgzeichnet.

 

Sind Sie persönlich mit den Ergebnissen der Auswertungen zufrieden und was bedeutet das für die Marken und für Verbraucher?

Ich bin sehr zufrieden und auch stolz, dass unsere transparenten Auswertungen einen immer höher werdenden Stellenwert bei den Unternehmen bekommen: Diesen „Spiegel vorgehalten zu bekommen“, wie „man“ (die Unternehmen/Marken) bei den einzelnen Kriterien abgeschnitten hat und wo man sich verbessern kann (Originalzitat eines Geschäftsführers) zeigt uns und bestätigt, dass wir mit unserem Verfahren eine Lücke im großen Meer der Zertifizierungen schließen. Wir motivieren die Marken, sich stetig zu verbessern und helfen dabei mit der detaillierten Auswertung der Validierung.

Damit erfahren die Unternehmen, wo sie die „Stellschrauben“ verändern können. Bei den Verbrauchern wird das Gütesiegel – gerade durch die zunehmende Medienarbeit unsererseits und intensivere Verwendung des GREEN BRANDS Gütesiegels durch die ausgezeichneten Unternehmen/Marken selbst – immer besser wahrgenommen. Höchste Anerkennung, bzw. fast ein „Testat“ erhielten wir von der Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks mit dem Statement: „GREEN BRANDS – Gütesiegel für grünes Wirtschaften“. Last but not least wurde unser Verfahren von der unabhängigen Verbraucher-Initiative „Label-online“ mit Bestnote als „besonders empfehlenswert“ eingestuft!


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GREEN BRANDS Organisation GmbH.

Wacholderbergstr. 29

90587 Veitsbronn (bei Nürnberg)

 

Ansprechpartner:

Norbert R. Lux

norbert.luxGreen-Brands.org

www.green-brands.org