Ruß- und Abgas frei auf der Schiene unterwegs

Talaix-Studie Screenshot: Aachener Zeitung

Das neue Konzept heißt "Talaix": Mit einem Hybrid-Triebwagen will das Aachener Unternehmens Talbot-Services den großen Herstellern Bombardier, Alstom und Siemens die stirn bieten.

Das Unternehmen tritt laut einem Bericht der Agentur Pressetext an, um die Entscheider in Schleswig-Holstein überzeugen, die mehr als 50 umweltverträglichen Züge im Gesamtwert von 800 Millionen Euro beschaffen wollen. Noch allerdings ist der Hybridzug erst eine Idee. Ob er wirklich gebaut und fahren wird, steht noch in den Sternen.

 

Kohlendioxid aus Biogasanlagen

 

„Talaix“ könnte zur Erfolgsgeschichte des Betriebs in Aachen werden. KAum vier Jahre nachdem ihm die schließung drohte, als Konzernmutter Bombardier das Werk abstoßen wollte, entwicklen die Aachener Bahnbauer laut einem Bericht der Aachener Zeitung ihre "weltweit einzigartige" Idee. Der Triebwagen soll mit einem Katalysator ausgestattet sein, um die Emissionen von Stickoxiden drastisch zu reduzieren. Er soll laut dem Agenturbericht das erste Schienenfahrzeug sein, das auf allen Gleisen umweltverträglich fährt - sogar noch Kohlendioxid verbraucht, das anderweitig anfällt und normalerweise direkt in die Atmosphäre abgegeben würde. „Als Quelle böten sich Biogasanlagen an, die synthetisches Methan zur Einspeisung ins Erdgasnetz produzieren“, schreibt die Agentur. Das primär hergestellte Biogas müsse von Verunreinigungen, vor allem von Kohlendioxid, befreit werden.

Den synthetischen, mit dem der Triebwagen fahren soll, würde nach dem Konzept von Talbot-Services-Geschäftsführert Dirk Reuters in einer oder mehreren zentralen Anlagen in den Heimatbahnhöfen der Züge hergestellt. Infrage komme dafür, so die Agentur, <lijnk http://globalmagazin.com/themen/wissenschaft/benzin-aus-luft-und-wasser/> eine Technik, die das Dresdner Unternehmen Sunfire entwickelt habe. Kernstück sei eine reversible Hochtemperatur-Elektrolyse-Anlage. Sie spalte Wasser in Wasser- und Sauerstoff. "Reversibel", erklärt Pressetext, „bedeutet, dass sie auch als Brennstoffzelle eingesetzt werden kann, die Wasserstoff in Strom und Wärme umwandelt.“

 

Kein Ruß bei der Verbrennung

 

Wind- und Solargeneratoren sollen den Strom für die Wasserspaltung liefern. Der derart umweltfreundliche erzeugte Wasserstoff werde in einem Reaktor mit Kohlendioxid verquirlt. Ein Katalysator sorge dafür, dass das träge Kohlendioxid mit dem Wasserstoff reagiere. Es entstehe bei entsprechender Prozessführung Diesel. Möglich sei auch die Herstellung von Gasen, so die Agentur.

„Der so produzierte Dieselkraftstoff ist weitaus reiner als der, der aus Erdöl gewonnen wird“, schreibt Pressetext. Er verbrenne in normalen Motoren, allerdings rußfrei. Schwefelemissionen gebe es nicht, auch keine gesundheitsgefährdenden Aromaten. Mit „Talaix“ könnten selbst die überzeugtesten Umweltschützer fahren, ohne ihr Gewissen zu belasten.

Die Entscheidung, den Hybridtriebwagen zu Ende zu entwickeln und zu bauen, soll in naher Zukunft fallen.


red

 

 

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