Investoren für die Energiewende dringend gesucht

Foto: Wikimedia CC 3.0/Rscbelgium

Ohne frisches Geld stoppt die deutsche Energiewende: Dramatische Flaute in den Kassen könnte das Großprojekt, das die CO2-freie Stromproduktion zum Ziel hat, gefährden. So zitiert die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) einen internen Bericht des Weltenergierates. 100 Milliarden sind seit 15 Jahren schon ausgegeben, für die kommenden 15 Jahre fehlten zusätzliche 280 Milliarden Euro.

Die Lage scheint ernst. „Die notwendigen Eigenkapitalmittel für den Ausbau der Netzinfrastruktur sowie von Wind offshore können vermutlich nur unter Mitwirkung alternativer, auch internationaler Investoren bereitgestellt werden“, zitiert die FAZ aus dem noch unveröffentlichten Papier: „Hohe Risiken lassen es jedoch fraglich erscheinen, ob der Investitionsbedarf in ausreichender Höhe und Geschwindigkeit gedeckt werden kann.“

 

Energiewende stockt: Kein Geld für Off-Shore-Projekte und Leitungsnetze

 

Auf die traditionellen Investoren – Energiekonzerne oder Stadtwerke – könne sich niemand mehr wirklich verlassen, schreibt die Zeitung. Sie zitiert Uwe Franke, den Präsidenten der deutschen Sektion des Weltenergierates und Ex-BPManager, dass dafür künftig auch Anleger aus dem Ausland die Wende der Energieproduktion in Deutschland stemmen sollten.

Während nämlich Geld für Photovoltaikanlagen, Windanlagen an Land und für Biomasse vorhanden sei, weil „die hierfür notwendigen Kapitalmittel auch zukünftig von Banken, Privathaushalten und Projektierern zur Verfügung gestellt“ würden, sehe das laut der vom Roland Berger Beratungsinstitut verfassten Studie, für Investitionen in Offshorewindparks und Netze anders aus. Die FAZ schreibt: „2012 hätten noch zwei Drittel der Offshorekapazitäten in der Hand von Energieversorgern gelegen, die zwischen einer und zwei Milliarden Euro je Windpark investiert hätten.“ Andere Anleger jedoch scheuten die Investitionen: „Das hohe Risiko von Investitionen in Offshorewindanlagen widerspricht allerdings dem Risikoprofil institutioneller Anleger.“

 

Energiekonzerne müssen Energiewende als Kapitalwende verstehen

 

Die Studie rate daher den Versorgern zu neuen Geschäftsmodellen. Sie müssten ihre Rolle umdefinieren, beschreibt die FAZ die Branche. Sie sollten sich als Mittler verstehen und in Kooperationen denken: Sie könnten die Rollen des Fondsinitiators, des Fondsdienstleisters sowie des Finanzinvestors einnehmen. An der Schnittstelle zwischen Projektierer und Kapitalgeber eröffne sich ein Geschäftsmodell.

„Dieser Übergang geschieht nicht von selbst“, zitiert die Zeitung Uwe Franke. Energieversorger müssten sich umstellen und die „Energiewende als Kapitalwende“ verstehen.


pit

 

 

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