Umfrage: Umweltschutz statt Geldvermehrung

Foto: Flickr/Anas ELQ

Eine neue Studie zeigt, dass sich viele Bürger eine stärkere Verankerung des Umweltschutzes in der Wirtschaft wünschen. Im Auftrag der Bertelsmann Stiftung befragte Marktforscher im Juli 1003 Deutsche und 500 Österreicher über ihrer Meinung zur momentanen Wirtschaftsordnung. Das erfreuliche Ergebnis: Acht von Zehn Deutschen wünschen sich mehr Umweltschutz und mehr soziale Gerechtigkeit. Obwohl knapp 90 Prozent der Befragten wirtschaftliches Wachstum als gesellschaftlich wichtig betrachten möchten sie es nicht um jeden Preis.

 

Bewahrung der Umwelt für künftige Generationen

 

So bejahten 73 Prozent der Studienteilnehmer den Satz „Für mich ist ein Zuwachs an materiellem Wohlstand weniger wichtig als der Schutz der Umwelt für künftige Generationen und ein Abbau der öffentlichen Schulden“. Passend dazu glaubt die Mehrzahl auch nicht, dass sich durch wirtschaftliches Wachstum die eigenen Lebensumstände erheblich verbessern würden. Dass sie zum Schutz der Umwelt auf materiellen Wohlstand verzichten müssen glauben die Deutschen aber trotzdem nicht. Im Gegenteil: 83 Prozent denken, dass Nachhaltigkeit und Wirtschaftswachstum gut miteinander zu vereinbaren sind.

"Im Lichte der Finanzkrise ist die Diskussion um den Wachstumsbegriff in den vergangenen Jahren vielschichtiger geworden: Es geht längst nicht mehr nur um Quantität, sondern vor allem auch um Qualität: Wir brauchen Lösungen dafür, wie Wachstum verantwortungsvoll und nachhaltig gestaltet werden kann. Hierfür müssen wir nicht nur zu punktuellen Reformen, sondern zu wirklicher Veränderung bereit sein", kommentiert Liz Mohn, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung, die Studie.

 

Streitpunkt Wirtschaftskrise

 

Bei all der Einigkeit auf dem Umweltsektor gibt es aber auch Differenzen. Besondere Uneinigkeit herrscht im Bezug auf die Bewältigung der Wirtschaftskrise. Ähnlich wie die Politik ist auch die Bevölkerung in zwei Lager gespalten. Während 46 Prozent einzig wirtschaftliches Wachstum als den Heilbringer sehen, glauben 44 Prozent, dass nur ein strikter Sparkurs Europa zurück auf den richtigen Weg führen kann.

 

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