Münster investiert nur noch sauber

Foto: Wikimedia CC/BY-SA 4.0/Dietmar Rabich

Die Stadt Münster will nur noch klimafreundlich investieren: Die Unistadt in NRW will dadurch als erste Stadt Deutschlands ihr Geld künftig ethisch korrekt einsetzen, sagt Otto Reiners als Fraktionsvorsitzender der Grünen< im Rathaus der Unistadt über die bewusste Divestment-Entscheidung in einem Interview.

Mit Reiners sprach die Nachhaltigkeitds-Plattform green.wiwo.de . Reiners ist stolz: „Der Beschluss findet nicht nur europaweite, sondern sogar weltweite Beachtung.“ Viele Städte in Deutschland hätten in Münster ganz konkret angefragt, wie sie dem Beispiel folgen können.

 

Hoffen auf Domino-Effekt bei städtischem Klimaschutz

 

„Wir hoffen auf einen Domino-Effekt“, so der Grüne aus Münster, „Schließlich sind Köln, Bonn und viele weitere Städte dabei, einen ähnlichen Beschluss vorzubereiten.“ Seine Stadt könne damit ein gutes Beispiel geben, weil andere Stadtpolitiker nun sehen, „dass wir nicht nur über Klimaschutz reden, sondern Worten Taten folgen lassen“.

 

Otto Reiners Foto: privat

Begonnen hatte alles 2014, als die Münsteraner im Kommunalwahlkampf „für einen sauberen und sicheren städtischen Haushalt“ antraten. Reiners: „Konkret also keine Aktien mehr von Rohstoff-, CO2 oder Nuklearunternehmen“ haben wollten.

Kritiker habe es nur wenige gegeben, „da Renditevergleiche wie beispielsweise der anerkannte Stoxx-Nachhaltigkeitsindices zeigen, dass die Performance von ethischen und ökologischen Geldanlagen im Vergleich zu schmutzigen Geldanlagen gleich hoch, gegebenenfalls sogar besser ist, haben Kritiker finanzpolitisch wenige Argumente.“

 

Münster: Stadtbudget umschichten und Geld nur noch ethisch anlegen

 

Rund 30 Millionen Euro in „zwei Pensionsfonds zur Absicherung der Pensionen für Beamte“ betrifft das Vorhaben. „Zum Teil ist das Geld in Unternehmen wie RWE, OVM, Dutch, BASF oder Enel angelegt – nach ethischen und ökologischen Gesichtspunkten also durchaus fragwürdig“, begründet der Stadtpolitiker das Vorhaben. Das soll nun anders werden: „Ein Negativ-Katalog schließt bestimmte Felder aus. Es sind aber nicht nur klimaschädliche Investitionen und Anlagen in Atomenergie ausgeschlossen. Öffentliches Geld soll genau so wenig in Fracking, Gentechnik, Kinderarbeit oder die Kriegsindustrie fließen“, schildert Otto Reiners die Aufgabe. „Auf der Grundlage des Beschlusses vom Rat der Stadt Münster hat der Kämmerer jetzt die Aufgabe die Fonds umzuschichten.


red

 

 

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