Noch immer: Gift in Kassenzetteln bei Edeka und Kaiser's

Foto: flickr/Herr Ohlsen

Noch immer Gift in Kassenbons: Nach Recherchen des Greenpeace-Magazins bekommen Kunden in Edeka-Läden nach dem Einkauf an der Kasse noch immer Quittungen aus Thermopapier - inklusive giftiger Bisphenole.

Schon vor einem Jahr hatte eine Untersuchung des Magazins ergeben, dass „sieben von acht getesteten Unternehmen im Thermopapier für Kassenbons giftige Bisphenole verwendeten.“ Die Verbraucherschützer wollten nun wissen, was die Händler gelernt haben – und testeten erneut. Das Ergebnis fiel zweifelhaft aus: „Kassenbons von Edeka enthalten noch immer das höchst umstrittene Bisphenol A (BPA), Kaiser's setzt das kaum weniger kritische Bisphenol S (BPS) ein“, schreibt Greenpeace in der aktuellen Ausgabe der Verbandszeitschrift.

 

BPA wirkt wie weibliche Sexualhormone und schädigt Hirnentwicklung

 

„Aldi Nord, die Deutsche Bahn und Lidl sind auf den Ersatzstoff Pergafast 201 umgestiegen. Rewe verwendet nun die Chemikalie D-8, Galeria Kaufhof und die Deutsche Post höchstwahrscheinlich ebenfalls“, monieren die Tester.

BPA, ist auch in Kunststoffen enthalten. Verbraucherschützer und Umweltverbände monieren die Chemikalie seit vielen Jahren, weil sie „ähnlich wie das weibliche Sexualhormon Östrogen“ wirke. Greenpeace zitiert Studien: Die deuteten darauf hin, „dass es unter anderem die Reifung des Gehirns von Kleinkindern schädigen und die männliche Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann“.

Weiter: „Problematisch ist auch der Ersatzstoff BPS: Studien zufolge wirkt er ähnlich stark hormonell wie BPA“, schreibt das Magazin in einer Pressemeldung zum Wiederholungs-Test.

Die Substanzen befänden sich als Farbentwickler an der Oberfläche von Thermopapier und machten ein bis zwei Prozent des Papier-Gewichts aus. „Beim Anfassen können sie über die Haut ins Blut gelangen“, so Greenpeace.

Die schwedische Chemikalienbehörde KEMI habe die Bisphenol-A-Exposition durch Thermopapiere berechnet und nenne die Gefahr einer Schädigung Ungeborener „nicht angemessen beherrschbar“. Die Behörde plädiere, so der Greenpeace-Text, für ein vorsorgliches „BPA-Verbot in Quittungen“, da sich die hormonelle Wirkung schon „bei sehr geringen Dosen“ zeige.

 

“Kassenbons nicht in Kinderhände geben“

 

Die europäische Lebensmittelbehörde EFSA hat inzwischen eine neue Risikobewertung angekündigt. Auch das Umweltbundesamt wolle prüfen, „ob das Risiko für Mensch und Umwelt möglicherweise unterschätzt wird“.

Problem: Sechs der acht geprüften Unternehmen sind auf die Ersatzstoffe Pergafast 201 oder D-8 umgestiegen. Beide Chemikalien wurden jetzt neben 15 anderen möglichen BPA-Alternativen von der US-Umweltbehörde untersucht. Ergebnis: „Sie sind demnach für den Menschen weniger bedenklich als BPA, aber auch nicht risikofrei“, schreibt Greenpeace.

Experten, so die Verbraucherschützer, empfehlen deshalb: „Kassenbons nur kurz anfassen, nicht in Kinderhände geben und im Restmüll entsorgen, damit die Chemikalien nicht in den Recyclingkreislauf gelangen.“

 

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