20.03.2017

Ohne Plastiktüten Gutes tun beim Einkauf

Foto: Goodbag

Weil Kunststofftüten immer mehr die Welt zumüllen, ließ sich Frederik Betz Goodbag einfallen – eine Einkaufstasche, die nicht noch mehr Abfall produziert, sondern Sinnvolles bewirken soll.

Mit einem Chip ausgerüstet dokumentiert die Tasche, wo Verbraucher einkaufen. Da sie dabei Plastikmüll vermeiden, spendiert teilnehmende Händler dafür einen Betrag für ein Projekt, mit dem Betz der Umwelt hilft - etwa wenn der Einkauf den Erwerb eines Quadratmeters Regenwald finziert, der dann das Klima schützen hilft.

Im Interview mit global° erklärt Betz, wie seine Goodbag funktioniert.

 

 

Frederik Betz Foto: privat

Wie hilft Goodbag die Tütenflut und das Plastikmüllproblem einzudämmen?

Frederik Betz: Die Goodbag ist eine intelligente Einkaufstasche, die einen Anreiz schafft, beim Einkaufen häufiger die Mehrwegtasche dabeizuhaben und somit die Flut an Plastitktüten eindämmt.

Sie gibt als intelligente Einkaufstasche einen Anreiz, beim Einkaufen auf Plastiktüten zu verzichten. Sie misst, wie viel CO2 und Plastikmüll durch sie eingespart wurde und als intelligente Einkaufstasche gibt die Goodbag einen Anreiz die Mehrwegtasche beim Einkauf dabeizuhaben, statt auf Plastiktüten zurückzugreifen.

 

Wie funktioniert Goodbag konkret und wer bietet sie an?

In jeder Goodbag befindet sich ein eingenähter NFC-Chip, mit dem Sie die Tasche an der Kasse aller teilnehmenden Einzelhändler scannen können. Jeder Scan ist ein Nachweis dafür, dass Sie die Goodbag beim Einkauf dabeihaben und folglich keine Plastiktüte benötigen. Quasi als Belohnung kaufen wir dann in Ihrem Namen einen Quadratmeter Regenwald für jeden Einkauf.

 

Goodbag ist ein Schritt zum „Bonsum“

 

 

Foto: Goodbag

Wann geht’s damit los?

Starten wird die Goodbag in den nächsten Wochen mit den ersten Einzelhändlern in Berlin und anderen Städten. Aktuell gibt es die Taschen auch schon mit unterschiedlichen Motiven auf unserer Webseite zu kaufen.

 

Kann ich die Tasche unbesorgt nutzen und was passiert mit meinen gespeicherten Daten?

Das Ziel der Goodbag ist nicht möglichst viele Daten über ihre Nutzer zu sammeln, sondern vielmehr für einen bewussteren Umgang mit unserer Natur zu sorgen. Daher erheben und speichern wir auch keine personenbezogenen Daten von unseren Nutzern. Alle Daten liegen zudem verschlüsselt auf deutschen Servern.

 

Wer bezahlt für die mit Goodbag initiierten Projekte?

Für jeden Einkauf mit einer Goodbag zahlt der Händler eine kleine Gebühr, aus der dann auch die initiierten Projekte finanziert werden.

 

Welchen Benefit hat der Händler davon?

Der deutsche Einzelhandel investiert jedes Jahr Millionen Euro in soziale und ökologische Projekte, um auch soziale Verantwortung zu übernehmen. Dabei gelingt es aber nur wenigen, die Kunden aktiv an diesem Prozess teilzuhaben. Mit der Goodbag können Kunden diesen Prozess nun aktiv mitgestalten und werden dadurch stärker an das Unternehmen gebunden.

 

Was erhoffen Sie sich als Initiator von Ihrer Idee?

Mit „Bonsum“ haben wir uns das Ziel gesetzt, Konsum nachhaltiger zu gestalten. Die Goodbag ist für uns ein weiterer Schritt in diese Richtung und soll dazu beitragen, Plastiktüten aus dem Einzelhandel zu verbannen und uns für die Folgen unserer Kaufentscheidungen zu sensibilisieren.


pit

 

 

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