Prozess um Film "Water Makes Money"

Foto: Filmplakat

Prozess gegen die Macher des Films Water makes Money: Der französische Wasserversorger Veolia klagt im Pariser Justizpalast gegen den Verleih La Mare aux Canards und Veolia-Mitarbeiter Jean-Luc Touly wegen „Verleumdung“. Der Konzern hatte vergeblich versucht, den Streifen zu verbannen – zwei Tage vor Prozessauftakt zeigt ihn Arte am 12. Februar um 22 Uhr noch einmal im TV.

Schon vor der Premiere von Water Makes Money, berichtet Onlineaktivisten.de „hatte es Hinweise gegeben, dass Veolia versuchen werde, den Film mit einer einstweiligen Verfügung am Erscheinen zu hindern“. Die Filmemacher Leslie Franke und Herdolor Lorenz reagierten schlau: Sie organisierten zeitgleiche Premieren in 150 Städten Europas. Seit 2010 lief der Film über die Machenschaften der privatwirtschaftlichen Wasserversorger gut 1.000 Mal im Theater.

 

Whistleblower legt Praxis der Wasserfirma offen

 

„Angesichts der großen Öffentlichkeit mochte der Konzern bisher nicht die Filmemacher verklagen, die den Film tatsächlich zu verantworten haben“, beschreibt Onlineaktivisten.de den Streit um den Streifen: Veolia wolle die Verleihfirma klein bekommen. Und schüchtere den Whistleblower Touly ein. Der aber habe schon „viele Prozesse mit seinem Arbeitgeber ausgefochten“. Trouly habe dabie vor Gericht „immer Recht bekommen“.

Im Pariser Prozess am 14. Februar geht es um die Behauptung Toulys, der Konzern habe ihm eine Million Euro geboten. Zudem stört sich Veolia an der Verwendung des Begriffs „Korruption". „Nicht die im Film gezeigten Fakten werden in der Anklage bestritten“, sagt Onlineaktivisten.de nur mit dem strafrechtlich relevanten Wort „Korruption" hätte man es nicht benennen dürfen.

 

Foto: ap/Kertin Maier

Thema des Films ist die Ausschreibung des Klärwerks Brüssel Nord. Er erzählt auf der Grundlage der Berichte von Jean-Luc Touly wie zuvor Abgeordnete und Beamten auf große Yachten nach St. Tropez eingeladen wurden oder wie der Ausschreibungstext nachträglich manipuliert worden sei.

Veolia ist der Hauptsponsor der EU-Plattform „Abwasser und Technologie", stellt dort den Vizepräsidenten und weitere Mitglieder. Das Gremium berät die EU-Kommission bei der Auswahl von Forschungsprojekten…

Um zu verhindern, dass der Wasserkonzern den Film aus dem Verkehr ziehen kann, bitten die Macher des Water makes Money-Teams, Leslie Franke, Herdolor Lorenz und Lissi Dobbler, diesen Streifen einem möglichst breiten Publikum zu zeigen.

Dabei hilft global° gern.

 

 

 

 

 

Lesen Sie auch:

 

EU-Richtlinien zum Gewässerschutz

Klimawandel: Indonesien geht das Trinkwasser aus

Fracking verseucht Trinkwasserc

 


Der Artikel hat Ihnen gefallen?
Sie können für global° spenden!
Flattr this

Most Wanted

Foto: thebeammagazine

5 nachhaltige Innovationen von morgen

Die nachfolgenden Innovationen von morgen sammeln die Kraft der Sonne, verwenden Rohstoffe wieder...


Foto: Pixabay CC/PublicDomain/TheDigitalArtist

Outdoor-Kleidung ohne Problemchemie

Nachhaltige Outdoorausrüstung: Wer draußen die Natur genießen will, muss sich gegen die Unbill des...


Screenshot: Presenza/Solidarische Landwirtschaft Ravensburg

Wider die Macht der Marktzwänge

Solidarische Landwirtschaft bringt frischen Wind in die Beziehung zwischen Bauern und Konsumenten -...


Neu im global° blog

Foto: thebeammagazine

5 nachhaltige Innovationen von morgen

Die nachfolgenden Innovationen von morgen sammeln die Kraft der Sonne, verwenden Rohstoffe wieder...


Filmplakat

Filmtipp: HUMAN FLOW

Rund um die Welt sind derzeit mehr als 65 Millionen Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen,...


Foto: Johnny Chen / Unsplash.com

Flucht: Klimawandel und Land Grabbing als Asyl-Grund

Bis zum Jahr 2050 könnten bis zu 200 Millionen Menschen zu heimatlosen Klimaflüchtlingen werden....


Folgen Sie uns: