Studie: Investieren mit gutem Gewissen lohnt sich

Anlage mit gutem Gewissen - und guter Rendite Foto: flickr/Channah07

Nachhaltig investieren, heißt keinesfalls, auf hohe Renditen zu verzichten. Das ist das Ergebnis eines Kasseler Vergleichs der Performance nachhaltiger und konventioneller Fonds. Berechnet hat die Anlageergebnisse jetzt der Leiter des Fachgebiets Unternehmensfinanzierung, Christian Klein.

Das herkömmliche Sparbuch lohnt in Niedrigzins-Zeiten immer weniger. „Deshalb suchen Sparer nach neuen Möglichkeiten, ihr Geld anzulegen, weiß Klein, „dabei erfreuen sich nachhaltige, sozial und ökologisch verträgliche Aktien und Fonds immer größerer Beliebtheit.“

Diese Art der Vermögensmehrung sorgt nicht nur für ein gutes Gewissen beim Anleger. Sie erwirtschaftet auch Rendite: „Die Studie widerlegt das Vorurteil, nachhaltige Fonds brächten weniger Performance oder seien unsicherer als herkömmliche Fonds“, kontert Christian Klein Kritiker der Nachhaltigkeits-Anlagen. „Dieses Ammenmärchen stimmt schlichtweg nicht.“

 

Mehrzahl nachhaltiger Fonds: besseres Ergebnis als konventionelle

 

Der Wissenschaftler analysierte für seine Meta-Studie 35 empirische Studien, die die Leistungen von nachhaltigen Fonds mit den Ergebnissen konventioneller Anlagen vergleichen. Anders als bisherige Studien legte Klein den Fokus aber nicht allein auf die Rendite, sondern auf das Rendite-Risiko-Verhältnis. „15 Studien machten überhaupt keinen Performanceunterschied aus. Nur sechs Studien stellten eine schlechtere Performance nachhaltiger Fonds fest, aber 14 Studien eine bessere Performance“, zieht er Bilanz. Nachhaltige Fonds seien etwas weniger riskant als andere, so Klein: „Das kann damit zusammenhängen, dass Unternehmen, die auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz setzen, beim Konsumenten besonders positiv wahrgenommen werden. Oft sind sie auch zuverlässiger, das heißt, sie handeln weniger riskant.“

Die Studie erstellte der Professor in Zusammenarbeit mit Miriam Hofmann. Sie erscheint im Fachmagazin Business Research.

 

Anleger in Deutschland: 12 Milliarden Euro in nachhaltigen Fonds

 

Dass nachhaltige Fonds bei den meisten Investoren als Underperformer gelten, erklärt Klein mit fehlender Erfahrung in diesem doch relativ neuen Marktsegment: „Gerade für Private Investoren scheinen nachhaltig orientierte Fonds so etwas Ähnliches wie Bio-Eier zu sein: Irgendwie sind sie aus ethischer Sicht besser, irgendwie aber aus finanzieller Sicht auch teurer.“ Diese Vermutung lässt sich auf Basis der Ergebnisse der Studie jedoch nicht bestätigen. Im Gegenteil, sagt Klein: „Wichtig ist, dass bei Fonds nicht nur die Rendite, sondern auch das dafür eingegangene Risiko mit berücksichtigt wird. Und wenn man das Rendite-Risiko-Verhältnis betrachtet, sind nachhaltige Fonds genauso gut oder besser als konventionelle Fonds.“

Nachhaltige Fonds, so Klein, suchten die Unternehmen, in die investiert wird, nach einer Vielzahl von Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien aus. Der Anteil der entsprechenden Anlagen am Markt ist von der absoluten Zahl her gesehen sehr hoch, in Deutschland sind beispielsweise über 12 Miliarden Euro in nachhaltigen Fonds angelegt. In Prozent ist diese Zahl verschwindend gering; weniger als zwei Prozent des in Fonds investierten Geldes steckt in nachhaltigen Fonds. „Wir beobachten jedoch, dass die Nachfrage von Jahr zu Jahr steigt“, so Klein. „Das Problem, das momentan noch besteht, ist ein Aufklärungsproblem. Die Leute denken, wenn sie einen politisch korrekten Fonds kaufen, verschenkten sie ihr Geld, vergleichbar mit einer Spende. Dem ist nicht so.“


red

 

 

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