Transparency kritisiert Antikorruptionsberichte

Logoutschland: Transparency

Zu viel versprochen: Transparency International Deutschland nahm Nachhaltigkeitsberichte von 21 deutschen Großunternehmen unter die Lupe und fällt kein gutes Urteil: Sie im Bereich Antikorruption nicht, was sie vollmundig versprechen.

Transparency untersuchte Firmen, die als vorbildlich gelten. Ihre Reputationen tragen die „höchsten GRI-Gütesiegel A oder A+“ der Global Reporting Initiative (GRI), heißt es in der aktuellen Studie der Antikorruptionsorganisation. Die Wirklichkeit sehe anders aus. Tatsächlich hätten sich gravierende Lücken gezeigt, sagte die Vorsitzende von Transparency Deutschland, Edda Müller.

 

„Freiwillige Angaben reichen nicht aus“

 

Unsere Studie zeigt , dass freiwillige Standards ohne wirksame Kontrolle und Anreize nicht funktionieren. Wir fordern, dass Unternehmen detailliert und umfassend über ihre Antikorruptionsmaßnahmen berichten“, betonte Müller bei der Vorstellung der Untersuchung. Weiter sagte Edda Müller: „Die unzureichende Berichterstattung zeigt, dass die bestehenden Anreize offensichtlich nicht ausreichen. Die Ablehnung der EU-Strategie durch Bundesregierung und die Wirtschaftsverbände ist daher unangebracht und dient nicht dem Interesse der wahrhaftig nachhaltigen Unternehmen.“

Die Transparency-Studie analysiert, ob die Unternehmen in ihren Nachhaltigkeitsberichten formal vollständig nach den Vorgaben der GRI-Richtlinien berichten. Sie geht nicht auf die inhaltliche Qualität der Berichte ein und prüft auch nicht deren Wahrheitsgehalt. Falls über einen Indikator nur teilweise oder gar nicht berichtet wird, sagt Transparency zur eigenen Untersuchung, müsse dies gekennzeichnet und erläutert werden. Das könne aufgrund mangelnder Daten der Fall sein. Somit könnten Unternehmen die Richtlinie voll erfüllen, auch wenn sie nicht vollständig berichten.

„Die 21 untersuchten Unternehmen wurden um Stellungnahme zu den ihren Nachhaltigkeitsbericht betreffenden Einstufungen gebeten“, sagt Transparency. „Elf Unternehmen haben diese Möglichkeit genutzt, davon haben sechs einzelnen Bewertungen widersprochen. Sofern die Erklärung des Unternehmens plausibel war, wurde das Ergebnis angepasst.“

 

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