UBA-Kritik an der EU-Agrar-Reform

Foto: Jessica Thomsen

Idee: gut – Ausführung: verbesserungswürdig. So bewertet das Umweltbundesamt (UBA) die Beschlüsse der EU-Agrarexperten zur Reform der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) bis zum Jahr 2020 in Europa.

 

Die Experten der Kommission Landwirtschaft am Umweltbundesamt (KLU) am UBA bewerteten den in zähen Verhandlungen zwischen der EU-Kommission, den Lobbyisten der Landwirtschaft und dem EU-Parlament ausgehandelten Kompromiss. Ihr Urteil: „Im Prinzip ist man sich einig: Die GAP soll „gerechter, grüner und effizienter“ werden. „Im Laufe der Verhandlungen wurde die ursprüngliche Intention der Europäischen Kommission jedoch verwässert“, fasst die Behörde in Dessau das Votum seiner Wissenschaftler über die Verhandlungen der Politprofis zusammen.

 

Immerhin attestieren die Experten dem Reformwerk „zumindest teilweise eine neue, grüne Begründung“ für die Subvention der europäischen Bauern: Der Grundsatz „öffentliche Gelder für öffentliche Güter“ leite einen Paradigmenwechsel in der EU-Agrarpolitik ein.

 

„EU verwässert eine eigentlich gute Idee für ihre Agrarpolitik“

 

Dennoch kritisieren die UBA-Wissenschaftler das Werk. „Abschwächungen beim Greening, Mittelkürzungen in der zweiten Säule und zahlreiche Ausnahmeregelungen, wie zum Beispiel die abgeschwächte Anbaudiversifizierung für Betriebe unter 30 Hektar Betriebsgröße“, nennen die Fachleute am UBA als wesentliche Gründe für diese Verwässerung einer einstmals richtigen Reform-Idee. Zusammenfassend bewertet die KLU die Agrarreform so: Die nach wie vor „enormen Unterschiede zwischen den EUMitgliedstaaten bei der Höhe der Direktzahlungen an landwirtschaftliche Betriebe“ würden mit dem jetzt gefundenen Kompromiss „nur ein Stück weit abgebaut (externe Konvergenz).“

 

Auch innerhalb der Mitgliedstaaten würden, so die KLU, Ungleichgewichte abgeschwächt, aber nicht aufgehoben werden (interne Konvergenz). Allerdings könnten die Mitgliedstaaten durch Umschichtungen innerhalb der ersten Säule „die ersten Hektare“ eines Betriebes (bis zu 30 ha oder bis zum Landesdurchschnitt) stärker fördern als den Rest der Fläche, was kleinere Höfe begünstigen würde. Schließlich werden die Unterstützungen auf „aktive Landwirte“ konzentriert - „zukünftig soll Landbewirtschaftung gefördert werden, nicht Landbesitz“, erklärt dazu die KLU.


red

 

 

Lesen Sie auch:

 

Agrarprofit – der Film

Video-Interviews von der Agrardemo „Mir ham's satt“

Goodfood-Sternfahrt für eine bessere Landwirtschaft


Der Artikel hat Ihnen gefallen?
Sie können für global° spenden!
Flattr this

Most Wanted

Foto: Think!

THINK!Schuhe mit dem "Blauen Engel" prämiert

Als erster Schuhhersteller erhielt das österreichische Unternehmen Think! im Herbst den "Blauen...


Grafik: DoD (gemeinfrei)

Alamierende US-Atomwaffendoktrin 2018

Die Trump-Administration setzt auf Aufrüstung und gesteigerte Abschreckungsrhetorik. Das geht aus...


Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Sarah Loetscher

Agora-Studie zeigt: Fürs Stromsparen bestraft

Stromsparen wird bestraft: Eine aktuelle Kurzstudie im Auftrag von Agora Energiewende zeigt, dass...


Neu im global° blog

Grafik: DoD (gemeinfrei)

Alamierende US-Atomwaffendoktrin 2018

Die Trump-Administration setzt auf Aufrüstung und gesteigerte Abschreckungsrhetorik. Das geht aus...


Foto: hpgruesen / Pixabay CC0

Gast-Kommentar: Die Glyphosatkontroverse

Am 27. November 2017 beschloss ein Berufungskomitee der EU, den Herbizidwirkstoff Glyphosat für...


Foto: UN-Photo/Mark Garten

UN-Generalsekretär: Alarmstufe rot für die Welt

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, hat in seiner Neujahrsansprache die...


Folgen Sie uns: