Energie sparen im Serverbetrieb

Der kontinuierliche Serverbetrieb ist für viele Unternehmen unentbehrlich.

Natürlich nützt es niemandem etwas, wenn ein Server sehr langsam ist und dadurch Probleme im Intranet auftreten, welche die insgesamte Arbeit innerhalb der Firma beeinträchtigen.

Ebenfalls ist ein sparsamer Server nicht unbedingt sinnvoll, wenn er schon nach kurzer Zeit gegen ein leistungsstärkeres Gerät ausgetauscht werden muss. Es gilt also, sich eingehend mit dem Thema Energie sparen beim Serverbetrieb zu befassen.

 

Warum ist der Betrieb eines Servers oft teuer?

 

Ein Server ist die digitale Schnittstelle zwischen dem Anwender und der digitalen Welt. In letzter Zeit ist das Datenaufkommen immer größer geworden - so ist es längst zur Selbstverständlichkeit geworden, dass sich Unternehmen große Server-Anlagen kaufen, um diesen Anforderungen gerecht zu werden. Weil allerdings auch die Energiekosten immer teurer zu werden scheinen, ist es wichtig, sich auch mit dem Thema Energie sparen auseinanderzusetzen.

Das ist insbesondere deshalb wichtig, da längst nicht mehr nur Konzerne, sondern auch kleine Firmen auf den Stromverbrauch beim Betrieb eines Servers achten sollten. Im Durchschnitt verbraucht ein Server in Standardgröße über eine Zeitspanne von vier Jahren

rund 2.000 Euro an Energiekosten. Das sind Ausgaben, welche etwa den Anschaffungspreis eines neuen Servers entsprechen.

 

Energie sparen beim Betrieb des Servers - worauf man dabei achten sollte

 

Mit etwas geschicktem Vorgehen kann man einen Server so optimieren, dass er bei identischer Leistungsfähigkeit deutlich weniger Energie braucht als nötig.

Der erste Punkte wäre hier, sich grundsätzlich für sparsame Prozessoren zu entscheiden. Diese haben eine geringe Betriebsspannung und kommen auf diese Weise auch mit einer recht niedrigen Leistung gut aus. Gleichzeitig sollte jedoch die Rechenleistung pro Server möglichst hoch sein. Optimieren lässt sich dies beispielsweise, indem man sogenannte Multi-Core-CPUs verwendet. Hierfür ist es allerdings wichtig, dass die Nutzung auch wirklich durch mehr CPU-Kerne beschleunigt werden kann.

 

Ein weiterer Tipp ist, direkt möglichst hocheffizient arbeitende Netzteile zu verwenden, deren Wirkungsgrad um bis zu 20 Prozent niedriger ist als jener eines herkömmlichen Netzteils.

Vermeiden Sie es außerdem, Erweiterungskarten für den Netzwerkbetrieb oder für eine bessere Grafik zu verwenden, wenn dies nicht unbedingt erforderlich ist. Onboard-Komponenten sind hier die bessere Wahl, da sie deutlich energiesparender arbeiten.

 

Ein wahrer Stromfresser ist zudem die Verwendung von zahlreichen Festplatten. Reduzieren Sie die Anzahl der Festplatten daher, soweit es Ihnen möglich ist und weichen Sie möglichst zu einer Festplatte mit einer sehr hohen Kapazität aus. Auf diese Weise bleiben mehrere Laufwerkschächte frei, die es erlauben, den zur Verfügung stehenden Platz später effizienter nutzen zu können.

 

Unter Umständen ist eine Speicherkonsoliderung ebenfalls zu empfehlen. Wenn Sie viele Server mit einer lokalen Systemplatte und zudem ein zentrales Storage-System verwenden, können Sie auf diese Weise den Energieverbrauch drastisch reduzieren. Auch die Administration gestaltet sich auf diese Weise deutlich leichter. Das klappt allerdings nur, wenn der Datenspeicher-Zugriff ein eine entsprechend hohe Performance aufweist.

 

Wie viel lässt sich beim Serverbetrieb wirklich einsparen?

 

Wie viel sich durch eine intelligente Verwaltung des Servers wirklich einsparen lässt, hängt zumeist von äußeren Bedingungen ab. Handelt es sich um einen Hochleistungsserver, so gibt es oft nur ein Einsparpotenzial von rund 15 Prozent. Bei einem Server mit mittlerer Leistungsfähigkeit lassen sich jedoch spezielle Mobilprozessoren nutzen - diese decken in Kombination mit einer Standardfestplatte den Speicherbedarf und sparen ebenfalls hohe Energiekosten ein. Der Strombedarf lässt sich auf diese Weise um bis zu 40 Prozent reduzieren.

 

Ist es unvermeidbar, dass ein Server in einer eigenen Netzwerkzone stehen muss, genügt in vielen Fällen oft schon ein langsamerer Server, der mit VIA-CPUs oder auch mit Intel Atom-CPUs arbeitet. Solche Modelle genügen, wenn lediglich einfache Aufgaben zur Überwachung durchgeführt werden sollen. Ein kleiner Server mit einem Stromverbrauch von 10 Watt ist hier optimal, denn auf diese Weise spart man gegenüber der Verwendung eines Standardservers schnell bis zu 200 Euro im Jahr. Auch die Raumklimatisierung hält sich hier in Grenzen: Bis zu 50 Euro pro Jahr sind drin.

Nutzen sie also die Ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, um das Maximum aus Ihrem Server herauszuholen, ohne dafür hohe Energiekosten bezahlen zu müssen.


20.02.2017 10:23
Rolf Hermann