Forscher entwickeln Holzschaum-Isolierung

Foto: Manuela Lingnau/Frauenhofer-WKI

Dämmstoffe sind heute nicht nur höchst wärmedämmend, sondern auch relativ kostengünstig. Dämmstoffe der Zukunft sollen nicht nur effizient, sondern auch klimaverträglich sein. Fraunhofer-Forscher entwickeln Dämmmaterial aus Holzschaum, das langfristig petrochemische Kunststoffe ersetzen könnte.

 

Erst im vergangenen Oktober hat die Bundesregierung die Energie-Einsparverordnung (EnEV) für Gebäude nochmals verschärft. Um die strengen Auflagen zu erfüllen, ist eine gute Wärmedämmung von Wänden und Dächern das A und O. Dazu für gewöhnlich Dämmplatten oder elastischer Schaumstoff auf petrochemischer Kunststoff-Basis zum Einsatz. Solche Materialien lassen sich zwar günstig und einfach produzieren und besitzen gute Dämmeigenschaften – besonders umweltfreundlich sind sie allerdings nicht. Aus diesem Grund greifen immer mehr Menschen zu Naturdämmstoffen aus Steinwolle, Flachs, Kork oder Holzwolle

 

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Holzforschung WKI in Braunschweig haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sich aus Holzpartikeln Schaumstoff herstellen lässt.

“Unser Holzschaum lässt sich genauso einsetzen wie klassische Kunststoffschäume, ist dabei aber ein hundertprozentiges Naturprodukt aus nachwachsenden Rohstoffen“, erklärt Prof. Volker Thole vom WKI.

 

Holzschaum hält gegen klassische Kunstoffschäume gut mit

 

Für die Herstellung des Schaumes, wird das Holz zunächst in feine Partikel zermahlen, bis eine schleimige Masse entsteht. In diesen Brei wird dann Gas geleitet, um ihn aufzuschäumen. Anschließend wird der Schaum ausgehärtet, wobei die holzeigenen Stoffe den Härtungsprozess unterstützen.

“Man kann sich das ähnlich wie beim Backen vorstellen, wenn der Teig im Ofen aufgeht und fest wird“, erklärt Prof. Thole. Das Ergebnis ist ein leichter Grundwerkstoff, der sich entweder zu Hartschaumplatten oder elastischen Schaumstoffmatten weiterverarbeiten lässt.

 

Zwar gibt es heute bereits Dämmstoffe auf Holzbasis, diese haben aber den Nachteil, dass sie fasern und weniger formstabil sind als Dämmmaterialien aus Kunststoff. Der am WKI entwickelte Holzschaum kann dagegen mit klassischen Kunststoffschäumen mithalten. Zurzeit experimentieren die Braunschweiger Wissenschaftler mit verschiedenen Holzarten, um herauszufinden, welche Baumarten sich besonders gut eignen. Außerdem versuchen die Forscher herauszufinden, welche Prozesse für die industrielle Großfertigung tauglich sind. Die Einsatzmöglichkeiten des innovativen Holzschaumes sind nicht nur auf die Dämmung begrenzt: Auch Verpackungen lassen so hergestellt werden und auf lange Sicht das ebenfalls erdölbasierte Styropor ersetzen.


hjo

 

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