Klimaforschung: Ozean im Wassertank

Screenshot: NYT

Simulation der Zukunft: Australische Wissenschaftler der University of Adelaide bauen in riesigen Wassertanks kleine marine Ökosysteme nach. So wollen sie die komplexen Beziehnungen in einer sich aufwärmenden Ozean-Umgebung viel rascher und genauer erkennen als dies bisher in allen Klima-Modellen sichtbar war.

Ivan Nagelkerken leitet die Versuche. Mit seinen Kollegen befüllt er mehrere große Bassins, in denen er die natürliche Umgebung von Seegras, Algen, Korallen, Fischen oder Schnecken und Muscheln sowie Sand und Felsen nachbildete. "So lässt sich viel besser feststellen, was passiert, wenn sich das Wasser erwärmt oder der Sauerstoffgehalt sinkt", erklärt er seine Experimente in der New York Times. "Jetzt können wir sehen, wie sich das Zusammenspiel der einzelnen Arten verändert."

 

Trotz mehr Futter bricht die Poputation im wärmeren Wasser ein

 

Erste Ergbnisse veröffentlichten die australischen Wissenschaftler jetzt online. Sie zeigen, dass zwar im wärmeren Wasser etwa Algen rascher wachsen und damit am Anfang der Nahrungskette mehr verfügbar ist. Dennoch nimmt im immer wärmeren Wasser die Zahl der Fische ab. Die chemische Zusammensetzung des wärmeren Wassers beeinflusst über deren Nervensystem das Jagdverhalten der Fische.

Für die wissenschaftler ist das Ergebnis interessant genug, dass sie Kollegen in anderen Regionen ermuntern, ähnliche Versuiche mit jeweils anderen Ökosystem-Nachbauten zu unternehmen. Sie sind sich sicher, so viel viel besser und genauer erkennen zu können, wie sich die aufgewärmte Welt verändert - und auch, wie dem eventuell entgegen gesteuert werden muss und kann.


pit

 

 

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