Forscher beurteilen Gefahren von Nanopartikeln

Gefährlich – oder doch nicht? "Es sind aktuell keine außergewöhnlichen Risiken bekannt", urteilen die Autoren der Chemieindustrie über den Einsatz von Nanopartikeln. Im Fachorgan Technology Review ziehen sie nach zehn Jahren Bilanz ihrer Untersuchungen zur Toxikologie der Minipartikel, die immer häufiger in Kosmetika, Textilien oder Farben verarbeitet sind. Sie sagen jedoch auch: "Dennoch gibt es keine grundsätzliche Entwarnung."

Harald Krug, Toxikologe an der EMPA, und Peter Krüger von Bayer Material Science, leiten den VCI-Arbeitskreis "Responsible Production and Use of Nanomaterials". Ihr Report listet knapp 70 deutsche und europäische Forschungsprojekte auf, die im zurückliegenden Jahrzehnt den Auswirkungen von Nanoteilchen – Objekten, die in mindestens einer Raumrichtung kürzer als 100 Nanometer sind – nachgespürt haben. Darüber berichtet jetzt das Portal Heise-Online: Die Hälfte davon wird allerdings erst 2012 oder 2013 auslaufen, sodass hier noch keine Ergebnisse vorliegen.

Heise zitiert weiter: „Die abgelaufenen Projekte haben nur vereinzelt Befunde hervorgebracht, die auf eine toxische Wirkung deuten. So können nanoskaliger Industrieruß („Carbon Black“ genannt) und Zinkoxid die DNA schädigen, wenn sie in Zellen eindringen. Bei Gold-Nanopartikeln und im Bereich der Fullerene (C60) wurden ‚schwach entzündliche Reaktionen‘ in der Lunge gefunden . Kobalt kann in nanoskaliger Form wiederum das Zellwachstum hemmen.“

Auffällig an der Übersicht sei, „dass ökotoxikologische Untersuchungen erst mit einigen Jahren Verspätung auf den Weg gebracht wurden. Die einzigen nennenswerten Untersuchungen gab es bislang zum Verhalten von Nanosilberpartikeln, die in Textilien Bakterien abtöten. Sie werden häufig beim Waschen in nicht unerheblichen Mengen aus dem Gewebe entfernt und gelangen so ins Abwasser. Bundesweit untersuchen inzwischen aber elf Projekte, wie Nanoteilchen in die Umwelt gelangen und sich dort verhalten könnten.“


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