05.04.2017

Saharastaub bringt Mikroben aus fernen Ländern

Foto: Weil T. et.at. Microbiome 20175:32 (CC BY 4.0)

Dass bei extremen Wetterlagen größere Mengen von Saharastaub bis zu uns gelangen können, ist weithin bekannt. Weniger bekannt ist bisher, dass dieser Sand lebt, genauer Leben aus der Ferne mitbringt. Eine aktuelle Studie, die im Fachmagazin Microbiome veröffentlicht wurde, zeigt, dass in den Wolken Mikroorganismen, oft auf Partikeln sitzend, sehr weite Strecken zurücklegen können.

 

Ein interdisziplinäres Forscherteam, bestehend aus Geologen, Meteorologen, Mikrobiologen und Bioinformatikern des CNR, der Universitäten Innsbruck, Florenz und Venedig erklären, dass diese Extremereignisse nicht nur einen Bruchteil, sondern ganze Gemeinschaften von Mikroorganismen der Sahara bis in die Alpen transportieren, wo sie im Winter in Schnee und Eis des Hochgebirges eingeschlossen werden. Diese mikrobiellen Gemeinschaften sind besonders resistent und können zum Teil in völlig unterschiedlichen Lebensräumen überleben.

 

Durch den Klimawandel werden solche Extremereignisse häufiger und Gletscher schmelzen vermehrt ab. Die Temperaturerhöhung fördert die Revitalisierung der übertragenen Zellen, die ansonsten im Eis eingefroren bleiben würden. Bei Sandablagerungen im Sommer werden die Zellen meist durch Niederschlag wieder verdünnt, im Winter jedoch akkumulieren sie in den Eis- und Schneeschichten. Durch die fortschreitende Eis- und Schneeschmelze erreichen diese Gemeinschaften eine kritische Masse und können sogar heimische Arten verdrängen. Es könnten sich dabei auch Krankheitserreger etablieren, was zu einem erhöhten Gesundheitsrisiko für Mensch, Tier und Umwelt führen kann. Die Forscher schlagen daher schnelle und effiziente Methoden zum Monitoring der Risiken vor.


red

 

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