Studie belegt: Citizen Science ein voller Erfolg!

Sie denken, dass ernsthafte Wissenschaft ausschließlich den Experten mitsamt ihrer Profi-Ausstattung vorbehalten ist? Von wegen, entgegnen jetzt Forscher der University of East Anglia (UEA).

 

Sie fanden heraus: In puncto Artenvielfalt ist auf Amateur-Wissenschaftler nicht nur Verlass, sie sind der „traditionellen“ Forschung bisweilen sogar überlegen. „Nur wenigen Forschergruppen, wenn überhaupt, ist es möglich, in vergleichbarem Maßstab auf Datenfang zu gehen, wie es Freiwillige tun“, betonte Dr. Ben Holt von der UEA, der die Studie gemeinsam mit der University of Copenhagen und dem karibischen Centre for Marine Resource Studies leitete.

 

Foto: ap/Joachim Kant

Beispiel gefällig? Mit einer Methode der Reef Environmental Education Foundation (REEF) führten engagierte Amateure weltweit mehr als 160.000 Unterwasseruntersuchungen durch- der gleiche Aufwand nach Wissenschaftsmanier hätte viele Millionen Pfund verschlungen.

 

“Laien“ zuverlässiger als „Profis“?

 

Obendrein ist Citizen Science manches Mal zuverlässiger als die Methoden der „Profis“. Die jetzt in Methods in Ecology and Evolution veröffentlichte Studie untersuchte die Biodiversität von Fischen dreier karibischer Standorte, wobei die Teams der Hauptberufler und der freiwilligen Artenforscher auf zwei unterschiedliche Kartiertechniken zurückgriffen. Das Ergebnis: Die Freiberufler entdeckten gleich 137 Fischarten- ganze 31 davon blieben den Profis verborgen.

 

Ben Holt freut sich über diese Befunde: „Das zeigt, dass die Ausbildung und die finanziellen Mittel nicht alles sind. Dass Laienmethoden unter Umständen die Erkenntnisse professioneller Forscher noch übertreffen, eröffnet den Wissenschaftlern eine ganz neue Fülle wertvoller Daten aus vielen Ökosystemen.“

 

Foto: Wikimedia commons/user:symbioso

So waren es etwa Volontäre, die die Invasion des Pazifischen Rotfeuerfischs im Karibischen Meer aufdeckten. Gerade in Zeiten immer größerer Umwelteinflüsse und deren Konsequenzen für ganze Ökosysteme sei die Erschließung neuer Forschungsmethoden essenziell, so Holt. „Unsere Studie verschafft den Wissenschaftlern ein neues Selbstverständnis, auf diese Möglichkeiten zurückzugreifen“, fügte er hinzu.

Im nächsten Schritt wollen die Forscher das individuelle Können der einzelnen „Hilfswissenschaftler“ mit einbeziehen- das dürfte Citizen Science noch einmal zu zusätzlichem Renommee verhelfen.

niso

 

Lesen Sie auch:

 

Bürgerbeteiligung bester Weg zur Energiewende

Bürger forschen für die Wissenschaft


Der Artikel hat Ihnen gefallen?
Sie können für global° spenden!

Foto: Walfluke - Harry Neumann

Vortragsabend im Pfalzmuseum für Naturkunde

Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. lädt gemeinsam mit der Naturschutzinitiative e.V....[mehr]


Foto: Wikimedia cc 2.0/dronepicr

Mikroplastik mit Draht aus Wasser filtern

Drähte, die mit nanofeinen Partikeln aus einem Halbleiter beschichtet sind, können das...


Neu im global° blog

Filmplakat

Filmtipp: HUMAN FLOW

Rund um die Welt sind derzeit mehr als 65 Millionen Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen,...


Foto: Johnny Chen / Unsplash.com

Flucht: Klimawandel und Land Grabbing als Asyl-Grund

Bis zum Jahr 2050 könnten bis zu 200 Millionen Menschen zu heimatlosen Klimaflüchtlingen werden....


Foto: rightlivelihoodaward.org

Alternative Nobelpreise 2017 vergeben

Die diesjährigen Preisträger des Right Livelihood Award am wurden 26. September durch Ole von...


Folgen Sie uns: