6. Januar 2021 – Sturm auf das Capitol

6. Januar 2021 – Sturm auf das Capitol
Einsatz von Tränengas am 6. Januar 2021 vor dem US-amerikanischen Capitol Foto: Tyler Merbler; Creative Commons

6. Januar 2021

In den letzten Monaten habe ich 13 Artikel zu sozialen Themen geschrieben, die sich aus der, wie ich sie nenne, Kultur des „Weißen Westens“ ergeben haben. Dann geschah der 6. Januar. Einige Tage später veröffentlichte „The Hill“ einen Artikel mit dem Titel „Pelosi sagt, Randalierer stellen ihre weiße Hautfarbe über die Demokratie“, und sie hat Recht, aber niemand möchte das Rassenproblem ansprechen, und der Mainstream zieht es vor, es als politische Angelegenheit zu betrachten.

Das Motto von Weißen ist relativ einfach und seit Jahrhunderten dasselbe: Macht durch Gewalt zu erweitern und aufrechtzuerhalten. Demokratie, Freiheit und das Streben nach Glück wurden als ausgeklügelte Rechtfertigung für die Anwendung von Gewalt in all ihren Formen verwendet.

In Wirklichkeit können die Probleme, die durch das Verhalten von Weißen auftreten, durch die Beseitigung von Gewalt als mögliche Entwicklungsmethode angegangen werden. Wenn man nachsieht, warum Twitter Trumps Konto geschlossen hat, war die Begründung: „Alles zu tun, um die Verbreitung von Gewalt zu stoppen“ (NYTimes, 16. Januar, „Inside Twitter’s Decision to Cut Off Trump„). Nach dem MLK Jr. Tag werden wir an Kings Erbe und die unglaubliche Errungenschaft der Bürgerrechtsbewegung, Gewaltfreiheit als Instrument zum Abbau der institutionalisierten Rassentrennung und Diskriminierung zu wählen, erinnert.

Heute bieten wir unseren weißen Freunden ein neues Motto an: „Tun Sie alles, um die Verbreitung von Gewalt zu stoppen.“ Eine zivile weiße Bewegung ist erforderlich, um diese Kultur zu ändern und Verantwortung für Jahrhunderte des Kolonialismus, der Sklaverei, der Segregation, der Inhaftierung, des Militarismus und der Armut zu übernehmen. Wir können damit anfangen, den bereits angerichteten Schaden zweifach zu reparieren: Wir werden Gewalt nicht länger rechtfertigen, außerdem werden wir weiterhin bilden, aufklären, das Bewusstsein schärfen, ermächtigen und humanisieren. Wir werden die Forderungen nach einer Politik, die schützt, verhindert und repariert, weiter erhöhen.

Martin Luther Kings Vision einer vernetzten Welt

Auf wirtschaftlicher Ebene werden wir das bedingungslose Grundeinkommen unterstützen, um die wirtschaftliche Gewalt, die durch den Besitz von Kapital in sehr wenigen Händen entsteht, zu lindern und zu verringern. Entschädigungen für die Sklaverei wurden in den Vereinigten Staaten heftig diskutiert, seit der General der Unionsarmee, William Tecumseh Sherman, 1865 4 Millionen befreiten Sklaven 40 Morgen (Acker) und ein Maultier versprach; es ist ein Versprechen, das längst überfällig ist.

Auf politischer Ebene müssen wir das Stimmrecht so weit und breit wie möglich erweitern, unsere Demokratie so direkt und umfassend wie möglich gestalten und sicherstellen, dass Minderheiten und People of Color Zugang zu allen Formen der Entscheidungsgewalt haben. Genauso wie wir Gewalt gegeneinander angewendet haben, waren wir gewalttätig gegen unsere eigene Umwelt und müssen alles tun, um den Klimawandel zu verlangsamen. Wir müssen den Vertrag zum Verbot von Atomwaffen unterstützen, und dadurch unsere enormen Militärbudgets reduzieren, die Polizei entmilitarisieren und Institutionen schaffen, die sich darauf konzentrieren, alles zu tun, um die Verbreitung von Gewalt zu stoppen.

Diese Vorschläge sind großartig und begründet, aber sie reichen nicht aus. Es muss auch etwas auf persönlicher Ebene geschehen, nicht nur auf sozialer Ebene. Veränderungen müssen in den Tiefen unseres Bewusstseins und in unseren Herzen stattfinden. Wie reagiere ich auf Gewalt? Glaube ich wirklich, dass Gewalt keine Lösung ist? Gewalt manifestiert sich in vielen Formen – Hass, Rache und im Versuch den eigenen Glauben oder die eigene Lebensweise anderen aufzuzwingen sowie in Diskriminierung und wirtschaftlicher Ausbeutung von Menschen. Zusammenfassend können wir alle davon profitieren, wenn wir über die folgende Empfehlung aus dem Abschnitt „Der Pfad“ in Silos Botschaft nachdenken:

Lerne, die anderen so zu behandeln, wie du selbst behandelt werden möchtest.
Lerne, den Schmerz und das Leiden in dir, bei deinen Nächsten und in der menschlichen Gesellschaft zu überwinden.
Lerne, der Gewalt zu widerstehen, die in dir und außerhalb von dir ist.

David Andersson

Übersetzung aus dem Englischen: Thiemo Benthien vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam 

Die Veröffentlichung erfolgt im Rahmen unserer Medienpartnerschaft mit Pressenza

David Andersson

David Andersson
Bürgerjournalist, Fotograf und Herausgeber. In den 80er Jahren begann er mit der Humanistischen Bewegung, indem er in Paris eine Nachbarschaftszeitung herausgab. Heute ist David der Koordinator des New Yorker Büros von Pressenza und moderiert die virtuelle Talk Show Face 2 Face. Sie ist auf Youtube und Facebook zu sehen.

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